Pressing Grundlagen: Auslöser, Lenken, Zonen, Ablauf

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Ziel des Pressings im Fußball ist es, durch geschicktes planvolles taktisches Verhalten den Gegner so zu lenken und unter Druck zu setzten, dass der Ball gewonnen werden kann. In Ballnähe soll eine Überzahlsituation hergestellt werden. Diese wird dann durch aggressives Attackieren (oft auch: Doppeln) zum Ballgewinn genutzt. Hier gibt es unzählige Möglichkeiten, wie das geschehen kann.

Eine erste wichtige Frage ist, in welcher mannschaftstaktischen Aufstellung Sie im Spiel und beim Pressing agieren wollen. Davon abhängig müssen dann die einzelnen Phasen des Pressing heruntergebrochen und erarbeitet werden. So ist es etwa beim Spiel mit drei Stürmern häufig so, dass der Gegner in die Mitte gelenkt wird, da man auf den Außenbahnen eher offener ist.

Bei einer Viererkette im Mittelfeld und zwei Stürmern bietet sich an, den Gegner nach außen anspielen zu lassen, um denn in einer zweiten Phase den Ball innen zu gewinnen. Dieses klassische 4-4-2-System im Fußball bietet ein gute Balance aus starker Mitte und starker Außenbahn, insbesondere, wenn ein Stürmer zusätzlich situativ das Zentrum des verstärkt und das Pressing unterstützt.

1. Kompakte Grundformation für das Pressing

Entscheidend für das Gelingen des Pressings ist, dass die Spieler relativ nah beieinander spielen, d.h. dass die Abstände nicht größer als 8-12 Meter in der Breite und maximal 15 Meter in der Tiefe sind (Kompaktheit, Abbildung 1). Damit ist gewährleistet, dass sich die Spieler gegenseitig absichern und auch Überzahlsituationen herbeiführen können. Sind die Abstände zu groß, kommt ein Spieler ggf. zu spät, um einen Pass oder eine Ballannahme zu unterbinden, der Gegner spielt sich durch.

Abbildung 1: Kompakte Grundformation
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2. Auslösen des Pressings

Den Spielern muss klar ist, wann sie das Pressing starten sollen/müssen. Beispielsweise bei einem Anspiel auf einen ganz bestimmten Spieler des Gegners (Pressingopfer), einem Pass in eine ganz bestimmte Zone, ein schlecht verarbeitetes Zuspiel (Stockfehler) oder auch generell bei einem Rückpass des Gegners. Wichtig ist nun, dass die Spieler der eigenen Mannschaft diese Schlüsselsituation für das Pressing schnell erkennen. Die Signale und die entsprechende schnelle Reaktion müssen im Training konsequent und kontinuierlich erarbeitet und verbessert werden. Die Spieler müssen auch wissen, wie sie sich zu verhalten haben, wenn das Pressing nicht funktioniert wie geplant.

Beispiel:
Vorgabe: „Wir attackieren direkt mit dem Anspiel nach außen den gegnerischen Außenverteidiger (auf beiden Seiten). Ausnahme: Wir erkennen, dass er den Ball schnell und sicher verarbeiten kann, dann lassen wir uns kompakt zurückfallen.“

3. Steuerung/Lenken bzw. Aktionsraum und Pressingzonen

Wichtig ist auch, wo und wie Pressing gespielt werden soll. Zuerst einmal sollte klar sein, wie der Gegner gelenkt wird (abhängig vom Spielsystem), d.h. welche Pässe zugelassen und verhindert werden sollen und wo dann der Ballgewinn erzielt werden sollen (außen oder im Zentrum, weit in der gegnerischen Hälfte bzw. eher in der Nähe der Mittellinie).
Für den Ballgewinn im Zentrum spricht, dass von hier aus das Einleiten einer Kontersituation leichter ist bzw. dass schnelle Spielverlagerungen besser möglich sind.

Misslingt das Pressing im Zentrum, dann erhält der Gegner unter Umständen eine Kontermöglichkeit in zentraler Position. Die „sichere“ Pressing-Variante ist demnach der Versuch, den Ball auf der Außenposition zu gewinnen, da auch bei Misslingen der Situation der Gegner einen weiten Weg zum Tor hat. Wenn man allerdings nach außen verteidigt, kann es passieren, dass man mehr Bälle auf seine Kette gespielt bekommt.

Greift man schon weit in der gegnerischen Hälfte an, spricht man von Offensivpressing oder Angriffspressing, in der Nähe der Mittellinie von Mittelfeldpressing und tief in der eigenen Hälfte von Abwehrpressing. Alle Varianten haben ihre Vor- und Nachteile bzw. Chancen und Risiken.

4. Exemplarischer Ablauf (Variante im 4-4-2):

a) Stürmer (11) lenkt den Gegner nach außen (Pass auf den Außenverteidiger provozieren), äußerer Mittelfeldspieler (7) läuft offensiv an und lenkt Gegner in die Mitte (Risikopass ins Zentrum oder Dribbling nach innen), der Rest der Mannschaft rückt nach innen ein (Abbildung 2).

Abbildung 2: Nach außen lenken, attackieren

c) (11) stellt den Rückpass zum Innenverteidiger zu(!), gleichzeitig macht Stürmer (9) die Mitte zusätzlich stark, im Zentrum gewinnen (10), (6) und (9) gemeinsam den Ball (Abbildung 3).

Abbildung 3: Ballgewinn im Zentrum

d) Nach Ballgewinn schnelles Umschalten, um die Kontersituation (5 gegen 5) zu nutzen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Umschalten/Konterangriff

Das Verhalten der Stürmer beim Mittelfeldpressing kann auch unterschiedlich gestaltet werden, wie im Artikel Mittelfeld-Pressing: Stürmer und Zehner oder zwei Stürmer? aufgezeigt wird.

5. Verhalten bei Scheitern des Pressings

Pressing unterbrechen (geschicktes Anlaufen bzw. auch taktisches Foul) und schnellstmöglich wieder hinter den Ball kommen (alle Spieler der Mannschaft), Gegner vom Tor weg drängen, um Zeit für die kompakte Grundformation zu gewinnen.





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61 Gedanken zu „Pressing Grundlagen: Auslöser, Lenken, Zonen, Ablauf“

  1. Pingback: Positionen im Fußball und ihre Aufgaben | Fußball-Training-Blog.

  2. Hey Daniel!

    Freue mich auch schon sehr auf dem Artikel im 4-2-3-1!!! :-)

    Sollten sich die Aussenstürmer im 4-2-3-1 sobald sie überspielt wurden, fallen lassen mit Anschluss an die beiden 6er (wieder hinter den Ball kommen), sodass 2 Viererketten entstehen?

    Felix

  3. Super Danke!
    Wie sieht die Spieleröffnung im 4-2-3-1 aus?
    Grundsatz (maximale) Breite und Tiefe schaffen.
    Die Innenverteidiger gehen auseinander und die Aussenverteidiger rücken auf und schieben zur Seitenlinie.

    Wo sollten sich die Aussenstürmer positionieren? An der Seitenlinie, um maximale Breite zu schaffen oder leicht nach innen eingerückt?

    Sportliche Grüße

  4. Ich denke, dass man nicht permanent auf Ballgewinn spielen kann (Kraftaufwand, psychische Belastung). Selbst Spitzenmannschaften nehmen zwischendurch mal das Tempo raus und lassen den Gegner ein wenig kommen. Aber der Schwerpunkt liegt auf dem Ballgewinn, insbesondere, wenn das Spiel noch nicht entschieden ist. Wenn der Gegner sich aufdreht, dann muss man sehen, wie gut gestaffelt man steht und ob man in dieser Situation erstmal verzögern muss oder ob man direkt wieder pressen kann. Situative Entscheidung!

  5. Hallo Daniel!

    Eine Frage zum „Ballgewinnspiel“:
    Spielt man, wenn man diese Philosophie verfolgt permanent auf Ballgewinn (Torverhinderung nur Minimalziel; Hauptziel Balleroberung) oder gibt es ,Spielsituationen‘ in den sich die Prioritäten ändern, und dir Torsicherung höhere Priorität vor dem Ballgewinn hat (z.b wenn der Gegner sich im Zentrum aufgedreht hat u.ä.).

    Danke im Voraus!
    Gruß Paco

  6. Also ist es nicht zu empfehlen, dass die eigenen Außenstürmer im 4-2-3-1 zwecks Variabilität im Angriff (wie Robben und Ribery manchmal bei den Bayern) die ballferne Seite im Angriff „verlassen“ und auf den ballnahen Flügel rücken zwecks Überzahl und die Zuordnung des Gegners zu erschweren?

    Sollte die offensiven Spieler also nur nach „Absprache“ rochieren und nicht „willkürlich“?

    Liebe Grüße

  7. Auf den anderen Flügel sicher nicht, aber mit dem Ziel der Torsicherung bestimmt bis in die Mitte…

  8. Freue mich schon sehr auf den Artikel!
    Wäre super, wenn du auch auf das Defensiverhalten im 4-2-3-1 eingehen würdest. Das Ballgewinnspiel im 4-2-3-1 :-) Wäre suuuuppper ;-)

  9. Hallo zusammen

    Kann mam sich das überhaupt „erlauben“, dass der ballferne Aussenstürmer seinen Flügel verlässt und ins Zentrum bzw. auf den anderen Flügel rückt?
    Sollten bzw. müssen nicht ständig alle Positionen besetzt sein?
    Thomas

  10. Ich habe nämlich gelesen, dass das „schöne“ an diesem System erst zu Geltung kommt, wenn der Offensiven Dreiherreihe (oder sogar dem Quartett) bei eigendem Ballbesitz alle Freiheiten gibt. Dann taucht auch mal der rechte Aussenstürmer am linken Flügel auf (z.B. Robben bei den Bayern) und der 10er in der Sturmspitze.
    Nachteil die ballferne Seite ist komplett frei. Vorteil man ist ballnah in Überzahl und kann bei einem möglichen Ballverlust sofort gegen pressen. Oder?
    Sind diese flexiblen Positionswechsel zu empfehlen?
    Gerne auch im Artikel zu beantworten ;-)

  11. Die Antwort auf diese Frage würde sicherlich den Rahmen der Kommentarfunktion sprengen. Darüber könnte man wahrscheinlich mehrere Bücher schreiben.
    Bin gerade dabei, ein paar Besonderheiten des 4-2-3-1 zusammenzufassen.

    Grüße
    Daniel

  12. Hey Daniel!

    Wie sieht ein kreatives, flexibles und variables Offensivspiel im 4-2-3-1 aus?

    Liebe Grüße

  13. Das kommt auf das Leistungsniveau an, aber prinzipiell schon, denke ich.
    Sobald ein Außenverteidiger kommt, können sie die Außenbahn frei machen. Aber das ist auch je nach Situation anders. Wenn z.b. das Zentrum schon sehr dicht ist, kann es auch soinnvoll sein, am Flügel zu bleiben troz des anrückenden Verteidigers.

  14. Und wann macht Sinn, dass die Aussenstürmer zur Mitte (Nathstellen) offensiv einrücken, sobald ein AV angelaufen kommt? Bisher habe ich meinen Ausssnstürmern gesagt, sie sollen so lange wie möglich maximale Breite schaffen (zeitvorteil, erschwertes doppeln, offene räume im gegenerischen Deckungsverband)

  15. Das die Aussenstürmer defensiv zur Mitte hin einrücken müssen ist mir klar :-), trotzdem Danke :-)
    Also ist das spanische Angriffsspie im 4-2-3-1l auch im Jugenbereich trainierbar?

  16. Die Breite schaffen auch offensive Außenverteidiger, die den entstehenden Raum am Flügel nutzen. Deshalb muss man nicht unbedingt echte Außenstürmer haben, zumal das in der Defensive Nachteile haben kann (starke Mitte).

  17. Man sollte besser mit „klassischen“ Aussenstürmern spielen, die an der Aussenlinie „kleben“ und nicht mit „Nahstellenspielern“ oder?

    Paco

  18. Hallo Trainer!

    Habe dass zum 4-2-3-1 gefunden:

    Klingt ganz interessant, gibt dazu auch eine ganze Reihe Trainingsvorschläge Inder gleichnamigen Trainingszeitschrift.

    Meine Frage, ist das auch für eine B-Jugend geeignet?
    Und „wiederspricht“ diese Spielweise mit den „Nathstellenspielern“ nicht dem Grundstatz maximale Breite im Angriff zu schaffen?

    Liebe Grüße

  19. Super!
    Danke für die Erklärung!

    Vielleicht hast du ja mal Lust was zum 4-2-3-1 und/oder “Ballgewinnspiel“ zu schreiben…
    Würde mich freuen

    Grüße!

  20. Super!
    Danke für die Erklärung!

    Vielleicht hast du ja mal Lust was zum 4-2-3-1 und/oder „Ballgewinn“ zu schreiben… :-)
    Würde mich freuen :-)

    Grüße!

  21. Gestaffelt verteidigen heißt für mich, vereinfacht gesagt, in mehreren Reihen hintereinander zu verteidigen, die sich gegenseitig unterstützen und in Breite und Tiefe absichern. Bei einem 4-4-2 mit zwei Viererketten sind es drei Reihen (+Torhüter), bei einem 4-2-3-1 vier Reihen (+Torhüter).

  22. Danke :-)

    Ich habe gelesen, dass aus dem 4-2-3-1 relativ einfach kompakt und gestaffelt verteidigt werden kann – was heißt das genau?

    Liebe Grüße

  23. Hallo Pascal,

    das muss jeder Trainer für sich entscheiden, insofern gilt dieser Grundsatz nicht immer.
    Ich persönlich mache das vom Spielstand und der Situation abhängig. Wenn ich einen starken Gegner habe, der selten eine ungeordnete Deckung hat, lasse ich meine Spieler z.B. entsprechend mehr Risiko spielen. Bei klarer Führung gehe ich eher auf Ballsicherung, das ergibt sich aber auch oft aus dem Spiel heraus: deine Spieler merken schon, ob der schnelle vertikale Ball zum Erfolg führt oder nicht. Das hängt ja auch ganz entscheidend vom Lauf-/Umschaltverhalten der Spieler ab, die in die Tiefe starten.

  24. Hallo Trainer!

    Wie sieht das optimale Spielverhalten nach einem Ballgewinn aus?

    Wann soll risikoreich in die Tiefe gespielt werden, wann sicher (hintenrum) aufgebaut werden?

    Immer häufiger, lese ich, dass der erste Pass vertikal und mit Risiko gespielt werden soll. Gilt dieser Grundsatz immer?

    Danke im Voraus!
    Liebe Grüße

  25. Ließe es sich kompensieren, indem der Aussenverteidiger den gegnerischen Flügelangriff noch stärker verzögern würde (entgegenstarten – zurückweichen) um so das nach hinten doppeln durch den Aussenstürmer zuermöglichen?

    Oder gibt es noch andere Lösungen für das 4-2-3-1?
    Oder ist defensiv das 4-4-1-1 mit leicht vorgezogenen Aussen das Maß allerdinge?

    Sportliche Grüße

  26. Hallo Daniel!

    Nochmal eine Frage zum 4-2-3-1 ;-)

    Ich bin immer noch am überlegen, ob wir defensiv auch im 4-2-3-1 verteidigen oder doch lieber im 4-4-1-1 mit leicht vorgeschobenen Aussenstürmern.

    Ensteht, wenn man im 4-2-3-1 verteidigt, nicht ein zu großer Abstand zwischen Aussenstürmer und Aussenverteidiger?

    Für die Doppel 6 ist es ja nicht immer möglich (z.B. beim Anspiel aus dem Zentrum) aussen zu doppeln. Die erste Reihe wird halt auch mal überspielt.

    Danke im Voraus!
    Sportliche Grüße!
    Felix

  27. Bei mir bezieht sich das eng decken darauf, dass Pässe vor dem Gegner erlaufen werden können und dass ein Gegner, der am Ball ist, so eng gedeckt wird, dass er sich nicht drehen kann. Wie früher bei der guten alten Manndeckung. Wobei es hier ja eigentlich nur um ballnahe Situationen geht und der Gegner nicht über das ganze Feld verfolgt wird. Ballfern wird weit gedeckt bzw. nur beobachtet.

    Beim Innenverteidiger ist das nicht so einfach. Wenn er sich nur auf das Absichern seines Mitspielers konzentriert, dann kann der andere Stürmer das ausnutzen. Deshalb sollte der IV absichern und gleichzeitig den Stürmer im Auge behalten. Das ist richtig schwer.

    Eng und weit Decken bezieht sich auf das Defensivverhalten allgemein, denke ich. Da aber heutzutage nur noch überall Pressing,Pressing, Pressing gefordert wird, sind es eben auch Begriffe aus dem Bereich des Pressing. :-)

  28. Hey Daniel!

    Ist „eng decken“ = „eng markieren“?
    Ich habe schon häufiger nach diversen Bundesligaspielen gelesen, dass die Mannschaft XY nich besonders gut ins Spiel kam, der Gegner wurde nicht eng genug markiert, und so konnten zahlreiche Torchancen nicht verhindert werden (…). Was heißt das?

    Verstehe ich das richtig, dass der ballführende Gegenspieler aggressiv attackiert/gejagt wird und Mitspieler des Ballbesitzers in seiner Nähe (ballnah) eng gedeckt/markiert werden, um ein Kurzpassspiel zu erschweren bzw. zu verhindern.
    Gegner, die vom Spielgeschehen, weiter positioniert sind (ballfern) werden weit gedeckt.

    Wenn ein IV den Ballführenden Gegner stellt, hat die Absicherung durch den andrehen IV, ballnahen AV Vorrang, vorm eng decken der 2ten Sturmspitze oder?

    Eng decken und weit decken sind ehr Begriffe des Pressings oder?
    Gegner ins Zentrum lenken, gegnerischen 6er zuerst weit decken um ein Anspiel zu provozieren, dann aggressiv attackieren und Mitspieler eng markieren/decken. Stimmt das?

    Danke im Voraus Daniel!

    Sportliche Grüße
    Felix

  29. Hallo Daniel/Felix

    Lässt sich also resumieren, dass
    1) Gegner in Ballnähe aggressiv attackieren,
    2) gegner in ballnähe eng decken, gegner ballfern weit decken (ungefährlich)
    3) und den gegner dahin lenken wo man den ballgewinn anstrebt

  30. Ich denke, dass es wirklich darum geht, in Ballnähe 1. eng zu decken (Pässe ablaufen/zustellen) und gleichzeitig 2. aggressiv zu verteidigen und den Gegner nicht zur Ruhe kommen zu lassen. So gesehen ist der Begriff etwas schwammig.

  31. Was heißt „eng am Mann“?
    Eng decken, oder aggressiv verteidigen/verfolgen dass der Gegner den Atem spürt (nach hinten doppeln).?

  32. Wie hängen „eng am Mann/eng decken“ und aggressiv verteidigen/pressen zusammen?

    Grüße

  33. Meint er damit das Verhalten der Spieler beim Mittelfeldpressing?
    Also Ballnah eng decken, ballfern weit decken, zum Ball verteidigen sowie eine Staffelung in Breite und Tiefe.

  34. Hallo Felix, vielen Dank für das Video, wirklich gut. Ich wäre auch rausgegangen und hätte den Gegner weggehauen…

    „Unabhängig von der Aufstellung verwundert mich die Aussage von dem Trainer: “wir müssen eng am Mann sein”(…)!“

    Nun, nur im Raum geht’s halt auch nicht. ;-)
    Eng am Mann muss man sein, wenn’s wirklich darum geht, denn Ball wirklich zu gewinnen. Z.B. müssen die Sechser eng drauf sein, wenn ein Pass in die Mitte gespielt wird, um ggf. direkt den Ball abzulaufen. Oder der Außenverteidiger, wenn der Ball kurz die Linie entlang gespielt wird.

    b.t.w. schonmal meine Facebook-Seite angeschaut? Freue mich über neue Fans!
    http://www.facebook.com/#!/pages/Fu%C3%9Fball-Training-Trainer/118770518208282

    Grüße
    Daniel

  35. Hey Daniel!

    Habe ein interessantes Motivationsvideo im Netzt gefunden:

    https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&DEST=http%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DTkYHVFQ-rrs

    Sehr beeindruckende Ansprache wie ich finde.

    Die D-Jugend spielt ballorientiert im 4-2-3-1.

    Unabhängig von der Aufstellung verwundert mich die Aussage von dem Trainer: „wir müssen eng am Mann sein“(…)!
    Solch eine Aussage würde ich meinem beiden Manndeckern sagen, wenn ich so spielen würde.

    Was meint er damit? Wann muss man Spiel gegen den Ball eng am Mann sein?
    Ich sage meinen Spielern immer an 1. Stelle steht der Ball an 2. Euer Mitspieler und dann kommt erst der Gegner.

    Danke und Grüße
    Felix

  36. Stimmt. Aber das ist nicht so einfach. Er darf nicht zu weit weg sein, sonst kann der Gegner aufdrehen. Das Provozieren dieses Passes passiert irgendwo im Zusammenspiel von äußerem Mittelfeldspieler und Sechser.

  37. Auch ist doch wichtig, dass der gegnerische zentrale Mittelfeldspieler (6er) zunächst nur von der eigenden Doppel 6 „weit“ bzw. „locker“ gedeckt wird und erst nach dem Pass vom Aussenverteidiger aggressiv attackiert wird, damit der gegnerische AV ihn überhaupt anspielt, oder?

  38. Super, Danke!

    Also wenn man aggressiv und offensiv verteidigen will, ist das 4-2-3-1 bestens geeignet? Im Mittelfeldpressing können die beiden Aussenstürmer der offensiven Dreiherreihe früh den ballführenden Gegner am Flügel anlaufen und so den Pass in Zentrum provozieren, wo der Gegner aggressiv attackiert/gejagt wird.

  39. Offensiv verteidigen heißt auch, dass man aktiv auf Ballgewinn spielt und dass das Ziel ist, direkt nach Ballgewinn auf Angriff umzuschalten.
    Man kann also das Verteidigen als ersten Schritt zum Torerfolg verstehen. Der Gegner wird aktiv und aggressiv angelaufen und bis zum Ballgewinn gejagt.
    Daraus folgt aber eigentlich auch, dass man nicht zu tief steht, da bei einem Ballgewinn tief in der eigenen Hälfte das Kontern schwieriger ist.

  40. Hallo Daniel!

    Bedeutet „offensiv verteidigen“, dass die Offensive Dreiherreihe im 4-2-3-1 „früh“, ca. 15 Meter in der gegnerischen Hälfte, presst (Mittelfeldpressing)?

    Felix

  41. Hallo Werner,

    er sichert den 10er ab, hilft mit, das Zentrum stark zu machen, d.h. er rückt mit ein, und er hat außerdem die Aufgabe, bei wahrscheinlichem Ballgewinn sofort nach vorne zu starten und das Spiel breit zu machen, damit er bei einer Spielverlagerung im Raum angespielt werden kann. Hier muss er genau beobachten, wie die Pressingsituation sich entwickelt. Sieht es danach aus, dass der Gegner sich durchspielt, rückt er nach hinten und zur Mitte ein und hilft in der Defensive.

    Grüße
    Daniel

  42. Indem 4-2-3-1 lässt sich doch auch sehr gut offensiv verteidigen oder? Das würde doch bedeuten das der Mittelstürmer das Spiel auf den Flügel längt und der jeweilige Aussebstürmer früh drauf schiebt und so den Pass zum gegnerischen 6er provoziert.
    Oder?
    Der Ballgewinn sollte dann im Idealfall durch die Doppel 6 und den nach hinten doppelnden 10er erfolgen. Welche Aufgabe kommt in diesem Fall dem ballfernen Außenstürmer zu und wo sollte er sich positionieren?

    Grüsse!
    Werner

  43. Hallo Werner,

    für die Doppelsechs ist es schon ein wenig anders, weil noch eine Reihe zusätzlich davor spielt. Das sollte noch mehr Sicherheit geben. Das Attackieren passt so.
    Die Außenspieler müssen ja auf dem Flügel verteidigen, 10er und ballferner Außenspieler schieben entsprechend nach. Den ballfernen kann man dann entweder weit einrücken lassen (bis zur Mitte) oder auf einen Ballgewinn spekulieren lassen, sodass er ein wenig weiter außen bleibt und auf eine Kontersituation lauert. Insofern orientieren sich alle zum Ball, aber die Abstände sind variabel.

    Werde bei Gelegenheit mal ein paar Dinge zum 4-2-3-1 zusammenschreiben, das kann aber noch ein bisschen dauern.

    Grüße
    Daniel

  44. Hallo Trainer (Daniel)

    Danke erstmal. Interessante Diskussion…

    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann ändert sich für die Viererkette und die Doppel 6 im Vergleich zum 4-4-2 doch nicht viel oder?

    Befindet sich der Ball am Flügel wird der Gegner vom AV attackiert und der ballnahe 6er und der Mittelfeldaußen/Außenstürmer schieben zum doppeln.

    Befindet sich der Ball auf zentraler Position wird der Gegner von beiden 6ern attackiert und der 10er doppelt nach hinten.
    Stimmt das?

    Die Frage ist nur (siehe Diskussion) wie weit die offensive Mittelfeldreihe mit zum Flügel verschiebt (ballorientiertes Spiel)??

    Orientieren sich im modernen Fussball nicht alle Spieler zum Ball hin?

    Über das ballorientierte Spiel bin ich gut informiert. Spielen schon länger mit Viererkette und Doppel 6 im 4-4-2.

    Würde nun nur gerne auf 4-2-3-1 umstellen und wüsste gerne was sich speziell für die offensive Dreiherreihe im Vergleich zum (flachen) 4-4-2 ändert.

    Danke im Voraus und noch einen schönen Abend!

  45. Denke, dass er meint, dass die Stürmer eher ins Mittelfeld zurückrücken, statt weit vorne schon das Pressing einzuleiten. Die Frage, wie das ballorientierte Spiel im 4-2-3-1 aussieht ist zu komplex, um Sie hier zu beantworten. Aber im folgenden Artikel (Diskussion dazu) werden einige interessante Aspekte diskutiert: http://www.trainerblog.fussball-training.org/mannschaftsfuehrung/probetraining-und-scouting-im-amateur-und-juniorenfussball-gute-entscheidungen-treffen-1097.html

    Grüße
    Daniel

  46. Hallo Trainer!

    Marco Pezzaiuol, der Extrainer von Hoffenheim sagte letzten in einem Interview wir wollen aggresiv aus dem 4-2-3-1 ballorientiert verteidigen. Ähnlich wie unter Rangnick allerdings aus dem anstatt aus dem 4-3-3 (….).

    Was meinter er damit? War das auf das Pressing bezogen? Oder auf das grundsätzliche Verschieben?
    Und wie würde das aggressive ballorientiertes Spiel im 4-2-3-1 aussehen? Spielen nähmlich auch im 4-2-3-1… und würde auch gerne aggresiv ballorientiert verteidigen!

    Grüße

  47. Das ist Geschmackssache, wer einleitet. Wie gesagt, ich lasse gerne den ballnahen Stürmer einleiten (im 4-4-2). Ich halte es auch im 4-2-3-1 für eine gute Idee, den ballnahen einleiten zu lassen. Wenn 10er und Stürmer am Anfang etwas in der Breite gestaffelt stehen, dann müssen sie jeweils nicht so weit auf die Seite schieben, was den Laufweg in der Breite meiner Meinung nach verringert. Aber wirklich viel Praxiserfahrung mit dem Pressing im 4-2-3-1 habe ich leider nicht. Wenn deine B-Jugend lernwillig ist, kannst du das auf jeden Fall spielen, so komplex ist es ja auch nicht.

    Beim langen Ball in die Mitte sollten die 6er schnell nach hinten rücken und die Innenverteidiger unterstützen, welche wiederum so tief spielen müssen, dass sie nicht überspielt werden. Außerdem muss der TW hoch genug agieren, um im Notfall (wenn die Innenverteidiger überspielt sind) klären zu können.

    Grüße

  48. Danke für die vielen ausführlichen Antworten!
    Bereitet im 4-2-3-1 „immer“ der Mittelstürmer die Pressingsituation durch schräges anlaufen vor, oder sollten sich Mittelstürmer und 10er abwechseln, wer näher ist und der ander kippt jeweils ab? Oder wäre das für eine B Jugend zu komplex?
    Und wie sollte sich die Mannschaft bei einem langen Ball / Pass in die Mitte idealerweise verhalten?

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag!

  49. Ich spiele (auf dem Papier) fast immer 4-4-2 mit flacher Vier. Nicht unbedingt tief, wie gesagt, ich presse meistens in der Nähe der Mittellinie. Der ballnahe Stürmer leitet das Pressing ein, indem er nach Pass auf den Außenverteidiger den Rückpass zum Innenverteidiger zuläuft/verhindert. Die Außen spiele vorgezogen, der ballferne Stürmer rückt in die Mitte ein, also eher ein 4-4-1-1, aber das sind ja sowieso nur Zahlen… Die Außen rücken nicht so extrem in die Mitte ein (eher auf der Halbposition), sonst ist bei einem Ball nach außen der Weg zu weit, um den gegnerischen Außenverteidiger schnell unter Druck zu setzen. Spielt der Gegner durch die Mitte (soll ja hin und wieder vorkommen), dann müssen sie natürlich helfen. Der Pass auf außen kommt auch so, die äußeren MF-Spieler dürfen nur nicht zu früh zu hoch stehen, dann spielt der Gegner schon seinen AV an. Mit dem Pass wird dann natürlich im Sprint attackiert…

  50. Du spielst also ein tiefes 4-2-3-1 gegen den Ball? Spielen deine Mittelfeldaußen defensiv auf Höhe des 10ers (also auch defensiv 4-2-3-1) oder defensiv ein 4-4-1-1 mit vorgezogenen Aussen? Und lässt du deine Aussen vor dem
    pressing zur Mitte einrücken um Freiräume auf den aussen vorzutäuschen oder ist das nicht nötig?

    Grüsse

  51. Danke für das Lob. Wenn alle Fragen schon beantwortet wären, dann könnten wir auch zumachen! ;-) Es soll ja zu einer Diskussion kommen. Und richtig und falsch gibt es im Fußball auch sehr selten.

    Die Frage wann man Pressing spielt, lässt sich auf viele Arten beantworten. Ich spiele z.B. Mittelfeld-Pressing, wenn ein Gegner in einen bestimmten Raum spielt bzw. ein bestimmter Spieler (bei mir: gegnerischer Außenverteidiger) angespielt wird. Und dann natürlich auch noch Angriffspressing (sehr hoch) bei Rückstand und teilweise auch zu Beginn des Spiels, um den Gegner gleich etwas aus der Ruhe zu bringen. Nicht pressen lasse ich meine Spieler bei komfortabler Führung, zum Teil auch gegen sehr starke Gegner. Hier stehen wir eher tief, verzögern und versuchen, Fehler zu provozieren (dabei muss dann aber irgendwann auch aggressiv auf den Ballführenden gehen).

    Ich denke, die Strategie ähnelt sich bzw. kann auch gleich sein, nur die Räume, wo das Pressing stattfindet (hoch, Mittelfeld, tief) sind unterschiedlich.
    Der Wechsel zwischen den Pressingvarianten ergibt sich oft auch aus dem Spielverlauf, z.B. wenn man zurückgedrängt wird (Abwehrpressing) oder der Gegner im Spielaufbau eher unsicher ist (dann eher Angriffspressing). Die taktische Marschroute in der Defensive ist bei mir meistens Mittelfeldpressing (in der Nähe der Mittellinie).

    Das Gegenpressing, das du ansprichst, kann sinnvoll sein, aber nur, wenn der eine Spieler, der Druck ausübt, nicht direkt ausgespielt wird. Das geht oft gut, wenn man einen Außenverteidiger zwingt, auf den Torwart zurückzuspielen. Das bringt ausreichend Zeit, sich wieder kompakt aufzustellen.

    Grüße,
    Daniel

  52. Hi Thomas,
    ich spiele so: Im Mittelfeld lenken die äußeren MF-Spieler nach innen (deshalb lasse ich sie auch ein bisschen höher spielen als die zentralen). Im Zentrum wird dann gedoppelt (Doppel-6 + 10er bzw. Stürmer). Die Außenverteidiger lasse ich den Gegner nach außen abdrängen, wo sie durch den äußeren MF-Spieler zusätzlich unter Druck gesetzt werden (Doppeln nach hinten).
    Wenn es funktioniert, dass der AV situativ richtig entscheidet, ob er nach innen bzw. außen abdrängt, je nach Position des 6ers, dann hat man wirklich etwas erreicht! Die sichere Variante ist hier meiner Ansicht nach das nach außen abdrängen und Doppeln durch den äußeren MF-Spieler. Gegner dieser Spielweise führen häufig an, dass man bei Ballgewinn auf dem Flügel weniger Optionen für das Konterspiel hat (im Gegensatz zu Ballgewinn im Zentrum). Ist ein Argument, aber ich ziehe das Mehr an Sicherheit vor.

    Grüße
    Daniel

  53. Ein anderer interessanter Punkt wäre wo soll der Gegner hingelenkt werden?
    Beim pressing ins verstärkte Zentrum (Doppel 6 + 10er).
    Aber wohin lenkt der Mittelfelaußen den Gegner, ins Zentrum zum Doppeln?
    Und am interessantesten wohin soll der AV den Gegner lenken nach innen oder aussen? Was ändert sich wenn anstatt dem ballnahen 6er der zurückeilende Mittelfeldaussen doppelt? Sollte man im torgefährlichen Raum nicht grundsätzlich nach aussen steuern (auch wenn das dass doppeln erschwert)?
    Oder sollte der AV den Gegner erst nach aussen und wenn der ballnahe 6er bereit zum doppeln ist nach innen steuern, unabhängig von der Distanz zum Tor?
    Das doppeln AV + IV ist für mich kein Thema. Die Innenverteidiger halten konsequent das Zentrum.

    Liebe Grüße,
    Thomas

  54. Hallo nochmal auch hier nochmal ein Lob für die tolle Seite!

    Trotzdem drängen sich mir noch ein paar Fragen auf:

    Wann spielt man Pressing, wann nicht?
    Wan verteidigt man aus einer kompakten Grundordnung (ohne Pressing) und ist es sinnvoll nach einem Ballverlust dem ballnächsten Spieler die Aufgabe zu geben direkt Druck auszuüben um einen schnellen Konter zu verhindern, während der Rest versucht hinter den Ball zu kommen.

    Wechselt man im Spiel zwischen Angriffs- Mittelfeld & Abwehrpressing bzw. kompakt verteidigen?
    Und ähnelt sich die „Strategie“ bei diesen drei Arten?
    Wir agieren im 4-2-3-1, weißt du ja schon…

    Grüße!

  55. Da schließe ich mich dem Udo an! Die Info von euch ist kompakt, aber gut erklärt. Werde eure Seite weiterempfehlen.

  56. ich finde die seite von euch recht gut habe schon einige fußballprogramme runter geladen und bin durch zufall hier gelandet und ich meine für mich ist diese am besten und habe vieles schon bei meiner mannschaft eingesetzt bin kreisliga a trainer etwas älter aber bin für neue dinge immer zuhaben und meine mannschaft glaube ich hat gefallen dran stehen an dritter stelle danke

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