Wer im 7 gegen 7 (6 Feldspieler plus Torwart) eine passende E-Jugend-Aufstellung sucht, hat verschiedene Möglichkeiten. Ob 3-3, 2-3-1 oder 3-2-1: Jedes Spielsystem setzt andere Schwerpunkte beim Spielaufbau, beim Zusammenspiel und beim Verteidigen.
Entscheidend ist nicht, mit welchem System deine Mannschaft möglichst viele Spiele gewinnt. Entscheidend ist, was die Kinder dabei lernen. Deshalb lohnt es sich, die Systeme regelmäßig zu wechseln und unterschiedliche Positionen auszuprobieren.
Welche Aufstellung eignet sich für die E-Jugend?
| Spielsystem | Stärken | Worauf Trainer achten sollten |
|---|---|---|
| 3-3 | Klare Grundordnung, Breite im Spiel, einfache Positionsaufteilung | Verbindungen zwischen den Mannschaftsteilen schaffen |
| 2-3-1 | Gute Staffelung, Passdreiecke, Spielaufbau und Zusammenspiel | Außenspieler müssen offensiv und defensiv mitarbeiten |
| 3-2-1 | Absicherung, Kompaktheit und Zusammenspiel im Zentrum | Im Angriff ausreichend Breite herstellen |
Coach-D-Tipp: Ein festes „bestes System“ gibt es nicht. Nutze die Aufstellung als Lernhilfe und entwickle vor allem die individuellen Fähigkeiten und das Spielverständnis deiner Spielerinnen und Spieler.
Hinweis: Je nach Landesverband und Wettbewerb werden in der E-Jugend unterschiedliche Spielformate gespielt. Die folgenden Systeme beziehen sich ausdrücklich auf das 7 gegen 7 mit sechs Feldspielern und einem Torwart.
Inhalt
Die Spieltaktik hat Einfluss auf die taktischen Varianten in Offensive und Defensive. Und genau diese Tatsache kann man als Trainer nutzen, um die Spieler während der zwei Jahre in dieser Altersklasse möglichst abwechslungsreich und vielseitig zu schulen.
In diesem Artikel lest ihr, welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Systeme (3-3, 2-3-1 und 3-2-1) haben und welche Anforderungen sich durch die taktischen Besonderheiten für die Spieler auf den einzelnen Positionen ergeben. Als Basis sollten den Spielern – unabhängig vom taktischen System – grundlegende Verhaltensweisen vermittelt werden. Dazu gehören z. B. das gemeinsame Verteidigen und Angreifen, schnelles Umschalten zwischen Spielphasen, Orientierung in Richtung Ball und das gegenseitige Unterstützen in Defensivsituationen).
3-3 E-Jugend-Taktik
Beim 3-3-System sind die Positionen Außenverteidiger re/li, Innenverteidiger, Mittelspieler, und Außenstürmer besetzt. Es gibt kein richtiges Mittelfeld, die vordere und hintere Reihe teilen sich die Aufgaben in Offensive und Defensive auf. Bzgl. der Raumaufteilung ist das Spiel in der Breite recht einfach, da sich mit drei Spielern nebeneinander der Raum des Spielfeldes recht gut abdecken lässt.
Bei dieser E-Jugend-Taktik ist es in der Tiefe schon eher schwierig, da sich immer wieder Spieler situativ aus ihrer Reihe lösen müssen, um die erforderliche Tiefe in das eigene Offensivspiel zu bringen. Gleichzeitig ist es dann notwendig, dass Spieler sich von ihrer Position wegbewegen und nach Außen bzw. Innen ziehen. So einfach das System aussehen mag, das sind durchaus hohe taktische Anforderungen für E-Jugend-Spieler, vor allem für die U10.
Die Abwehrkette mit drei Spieler ist eine sehr gut zur Ausbildung geeignete Vorstufe zur Viererkette, da hier schon das taktische Verhalten beim Ballorientierten Spiel trainiert werden kann (z. B. gegenseitiges Absichern, Herausrücken, nach Außen/Innen verteidigen, ballorientiertes Verschieben).
- wenige Passdreiecke, insbesondere für die Außenspieler, möglich (-)
- nur zwei Reihen in der Tiefe (-)
- Abstände eher weit (-)
- doppelt besetzte Flügel, dafür wenige Spieler im Zentrum (+/-)
- harmonische Aufteilung der Spieler auf dem Feld, relativ gleichmäßige Abstände (+)
- die Breite kann gut abgedeckt werden (+)
- gute Vorbereitung zum Ballorientierten Verteidigen (Dreierkette als Vorstufe zur Viererkette) (+)
- gutes System, um die Außenspieler auszubilden (Flügelstürmer und Außenverteidiger) (+)
=> Ideal, um das Kombinationsspiel auf dem Flügel und das 1 gegen 1-Verhalten der Außenspieler zu trainieren
2-3-1 E-Jugend-Taktik
Auf Basis des 3-3-Systems kommt man zum 2-3-1-System als E-Jugend-Taktik, indem man einfach die Mittelachse eine Reihe nach vorne schiebt und dafür die beiden Verteidiger weiter einrücken lässt. Dadurch ergeben sich einige zusätzliche Möglichkeiten für das Passspiel (Passdreiecke), auch im Spielaufbau. Große taktische Flexibilität sollte man von den kleinen Kickern nicht erwarten, d. h. man kann schon zufrieden sein, wenn sie ungefähr ihre Position halten.
Auch hier gibt es in der E-Jugend enorme Leistungsunterschiede zwischen einzelnen Mannschaften, je nachdem, wo der Trainer den Schwerpunkt setzt. Einige E-Jugend-Mannschaften verschieben defensiv schon wie die russische Nationalmannschaft in den 80ern. Im individuellen Bereich zeigen sich aber trotzdem immer wieder Schwächen. In der 2-3-1 E-Jugend-Taktik müssen die Außenspieler viel Offensiv- und Defensivarbeit verrichten, hier bieten sich häufigere Positionswechsel an (die in der E-Jugend sowieso wichtig sind).
- nur einfach besetzte Flügel (-)
- nur zwei Verteidiger, Breite kann in der Abwehr eher schlecht abgedeckt werden (-)
- viel Laufarbeit für Außenspieler (-)
- eine klare Sturmspitze im Zentrum (+/-)
- ausgewogene Variante für Offensive und Defensive (+)
- gute Besetzung des Mittelfeldes in der Breite (+)
- defensiv kompakte Formation, wenn das Mittelfeld ausreichend unterstützt (+)
- Passdreiecke aus der Abwehr heraus sehr variabel (vor allem Kurzpassspiel ins Mittelfeld) (+)
- Torwart muss sehr aktiv ins Aufbauspiel eingebunden werden (+)
=> variables Pass- und Kombinationsspiel in Breite und Tiefe möglich.
3-2-1-Taktik
Die beachtenswerten Aspekte beim Spielsystem habe ich bei den vorigen Ansätze der E-Jugend-Taktik schon beschrieben, deshalb hier bei der 3-2-1 E-Jugend-Taktik nur noch die grobe Zusammenfassung:
- Offensiver Flügel eher vernachlässigt. (-)
- Außenbahn muss durch Außenverteidiger mit abgedeckt werden => extrem lange Laufwege für die Außenverteidiger (-)
- Vorstufe des großen Tannenbaumsystems (4-3-2-1-System) (+/-)
- gute Besetzung des Mittelfeldes durch kürzere Wege (+)
- eine klare Sturmspitze im Zentrum (+)
- defensiv kompaktere Formation durch das Stehen „auf Lücke“ (+)
- Passdreiecke aus der Abwehr heraus können gut gebildet werden (vor allem Kurzpassspiel ins Mittelfeld) (+)
=> eignet sich gut, um Kombinationsspiel im Zentrum und aus der Abwehr heraus zu trainieren
Insgesamt ergibt ein Wechsel zwischen den Grundordnungen einige Chancen, dass die Kinder das Spiel aus neuen Perspektiven und Positionen kennenlernen können.
Neue Spielformen E-Jugend
Neue Spielformen in der E-Jugend und F-Jugend hat der DFB ab 2024 verpflichtend gemacht. Das führt dazu, dass in der E-Jugend auf ein Spielfeld von 40*25 Quadatmetern nun 6 gegen 6 (5+1) in der E-Jugend gespielt wird. Das sorgt für noch mehr Ballkontakte und Spielaktionen bei den Kindern. Mehr Infos zu den neuen Spielformen findet ihr hier:
E-Jugend-Training allgemein

DFB-A-Lizenz-Trainer und BDFL-Mitglied mit viel Erfahrung im Kinder-, Jugend- und Amateurfußball. Zu meinen Trainerstationen gehören der SV Waldhof Mannheim, der TSV Neckarau und acht Jahre als DFB-Stützpunkttrainer. Meine Schwerpunkte sind Spielprinzipien, Coaching und die systematische Entwicklung junger Kicker.
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