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Digitale Tools für Trainer im Fußball


Trainer im Fußball, vor allem im Kinder-, Jugend- und Amateurfußball haben ohnehin eine Menge unterschiedlicher Aufgaben zu erfüllen. Oft ehrenamtlich tätig, sind sie froh um alles, was sich erleichtern und einfacher gestalten lässt. Das geht von Fortbildungen bis hin zu den vielen organisatorischen Tätigkeiten, die rund um eine Mannschaft zu erledigen sind.

Die wichtigsten Aufgaben sind dabei (mit unterschiedlichen Schwerpunkten je nach Alter und Leistungsniveau):

  • Mannschaftsverwaltung/Kontaktverwaltung
  • Terminplanung für Training, Spiele und andere Aktivitäten (Ausflüge, Turniere, Elternabende/-gespräche, Fortbildungen, etc.)
  • Trainingsplanung und Verwalten des Spielplans
  • Leistungsdiagnostik und das Führen von Statistiken über Mannschaft und Spieler
  • Videoaufzeichnung, -analyse und -besprechung
  • Scouting von Spielern anderer Mannschaften, um die eigene Mannschaft gezielt zu verstärken

Wer das alles mit unterschiedlichen Tools und Softwarelösungen erledigen will, der kommt schnell an seine Grenzen, weil der Zeitaufwand sehr hoch ist und man nur zwischen verschiedenen Ablagen hin- und herkopiert.

Kontaktverwaltung und Terminplanung

Das ist vor allem schwierig, wenn man Kontaktdaten an einer Stelle verwalten will und – was noch wichtiger ist – alle schnell anschreiben und erreichen. Cloudlösungen zur Teamverwaltung können hier eine große Hilfe sein.

Eine Lösung auf Papier ist durchaus machbar, aber erschwert das Archivieren und vor allem das erneute Nutzen von Aufzeichnungen. Ich hatte oft den Fall, dass meine sauber aufgezeichnete Trainingsvorbereitung ein schnelles Opfer eine plötzlichen Platzregens wurde.


Onlinetools, die das Speichern von Trainingseinheiten und den Ausdruck erlauben bzw. auch den Abruf vom Smartphone oder Tablet, sind hier hilfreich. Diese haben jedoch oft die Einschränkung, dass das Erstellen der Trainingseinheiten etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt als wenn man sie kurz auf Papier notiert.

Noch unübersichtlicher wird es im Bereich der Terminplanung: die Vielzahl von Terminen im Auge zu behalten und mit genügend Vorlauf zu planen und zu kommunizieren, ist eine komplexe Aufgabe, wenn man sich nebenher eigentlich um sportliche Themen kümmern müsste.

Videoanalyse und Einbau in die Trainings- und Entwicklungsarbeit

Videoanalyse ist aufwändig und zeitintensiv. Wenn man sie aber gezielt einsetzt kann sie sowohl im Kinderfußball als auch im Jugendfußball und im Amateurbereich positive Effekte auf die Entwicklung haben. Das heißt: Im Kinderbereich vielleicht eher Techniklastig (Bewegungsanalysen) im Jugendbereich bezogen auf die Gruppentaktik (Laufwege und -verhalten) und im Amateurbereich dann ganz klar in Richtung mannschaftstaktischer Analysen (Positionsspiel).

Als Trainer sollte man sich früh überlegen, wie man Videoanalyse organisiert. Sowohl, wer filmt und von wo (Vergleichbarkeit) als auch, wie aufbereitet und gespeichert wird. Dabei ist auch eine wichtige Frage, ob und wie man Videomaterial den Spielern oder anderen Trainer im Verein zur Verfügung stellen will. Hier gilt es, nur mit Einwilligung der abgebildeten Spieler zu arbeiten und Datenschutzfragen sehr ernst zu nehmen.

Im Zweifel sollte man sich hier vorher Rat von einem Experten, ggf. einem Anwalt holen. Das Weitergeben von einzelnen Sequenzen und Szenen kann aufgrund der hohen Dateivolumina bei Videomaterial am besten über irgendeine Cloudlösung, d.h. über einen zugänglichen Netzspeicher, stattfinden. Die Zugriffsrechte sollten dabei streng geregelt sein.

Leistungsdiagnostik und fußballspezifische „Tests“

Im Bereich der Leistungsdiagnostik sollte man sich früh überlegen, ob man sie wirklich benötigt und wie man sie in die Trainingsarbeit mit den Spielern einfließen lassen möchte. Leistungsdiagnostik ergibt nur Sinn, wenn man sie regelmäßig und gründlich macht. Sonst kann man mit den erhobenen Daten nicht arbeiten. Ich würde das unterhalb des leistungsorientierten Juniorenbereichs grundsätzlich lassen (reine Leistungstests).

Im Kinderbereich kann man schauen, ob man fußballspezifische koordinative Fähigkeiten auf spielerische Art „prüft“. So erhält man ggf. Erkenntnisse darüber, wo man im technischen und koordinativen Bereich (Schwerpunkt bei den Kleinen) noch etwas mehr machen kann. Aber hier sollte der Spaß im Vordergrund stehen. Das schließt sich aber auf keinen Fall aus, denn auch gezieltes Training macht Spaß, wenn der Trainer leidenschaftlich und engagiert bei der Sache ist und die Kinder positiv motiviert.

Habt ihr Tipps, welche Tools besonders praktisch und hilfreich sind, um eure gesamt Mannschaftsverwaltung zu vereinfachen?


Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.