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Aufwärmen im Kinderfußball: Die besten Spiele und Übungen

Aufwärmen im Kinderfußball, eine Gruppe Kinder mit Fußbällen

Aufwärmspiele im Kinderfußball sollen vor allem Spaß machen, die Kinder in Bewegung bringen und möglichst viele Ballkontakte ermöglichen. Ob Bambini, F- oder E-Jugend: Mit einfachen Fangspielen, Bewegungsspielen und kleinen Spielformen gelingt ein abwechslungsreicher Trainingsstart.

AufwärmspielAltersklasseDauer
Tiere in BewegungBambini, F-Jugend5–8 Min.
Feuer, Wasser, SturmBambini, F-Jugend5–8 Min.
BallklauenF-/E-Jugend5–10 Min.
Dribbel-FangenF-/E-Jugend5–10 Min.
Balltransport-StaffelF-/E-Jugend5–8 Min.
Freies Spiel auf kleine ToreAlle8–10 Min.

3 Aufwärmspiele für Bambini, F- und E-Jugend

Tiere in Bewegung (Bambini und F-Jugend)

Dauer: 5–8 Minuten | Material: Hütchen
Organisation: Ein Feld von etwa 15 × 15 Metern markieren. Alle Kinder bewegen sich frei darin.

Ablauf: Der Trainer ruft Tiere auf, deren Bewegungen die Kinder nachahmen: hüpfen wie ein Frosch, auf einem Bein stehen wie ein Storch oder sprinten wie ein Gepard.
Coaching: Viel Bewegung, kurze Erklärungen und Spaß statt perfekter Ausführung.

Variation: Die Kinder dribbeln mit Ball und stoppen ihn bei jedem Tierkommando.

Dribbel-Fangen (F- und E-Jugend)

Dauer: 5–10 Minuten | Material: Bälle, Hütchen, Leibchen
Organisation: Ein Feld von etwa 20 × 20 Metern markieren. Jedes Kind hat einen Ball, zwei Kinder sind Fänger.

Ablauf: Alle dribbeln frei. Die Fänger versuchen, andere Kinder während des eigenen Dribblings zu berühren. Gefangene führen eine kurze Ballaufgabe aus und spielen sofort weiter.
Coaching: Blick vom Ball lösen, Richtungswechsel und Tempowechsel einsetzen.

Variation: Nur mit dem schwächeren Fuß dribbeln.

Ballklauen (F- und E-Jugend)

Dauer: 5–10 Minuten | Material: Bälle, Hütchen
Organisation: Zwei bis vier Teams erhalten eigene Balldepots. In der Feldmitte liegen mehrere Bälle.

Ablauf: Die Kinder holen nacheinander Bälle aus der Mitte und dribbeln sie ins eigene Depot. Ist die Mitte leer, dürfen sie Bälle aus gegnerischen Depots klauen. Nach zwei Minuten gewinnt das Team mit den meisten Bällen.
Coaching: Freie Wege erkennen, Bälle kontrolliert führen und Zusammenstöße vermeiden.

Variation: Alle Kinder dürfen gleichzeitig Bälle holen.

Was bringt Aufwärmen im Kinderfußball?

Im Aufwärmen im Kinderfußball geht es darum, dass die Kleinen schon einmal aktiviert sind für die nächsten Trainingsinhalte. Das heißt, sie sind motiviert, mitzumachen und der Körper ist ein bisschen auf Bewegung eingestellt. Das gilt vor allem bei Bambini- und F-Jugend-Mannschaften.

Der Aspekt, die nächsten Trainingsinhalte auch inhaltlich einzuleiten, ist zwar mit steigendem Alter (ab 2. Jahr E-Jugend) auch relevant, aber bei weitem nicht so wichtig wie im Erwachsenenfußball. Das Aufwärmen kann deshalb auch immer wieder aus freier Bewegung bestehen, die man in kleine Ball-, Fang- und Laufspiele verpackt.

Warum Kinder anders Aufwärmen?

Hier liegt ein entscheidender Unterschied zum Erwachsenenfußball. Statt in einer festgelegten Reihenfolge alles nach und nach abzuarbeiten, ist zunächst insgesamt wichtig, dass die kleinen Kicker einfach in Bewegung sind und sich viel mit dem Ball beschäftigen. Die Bewegung sollte vielseitig sein.

Das bedeutet, verschiedene Laufarten (vorwärts, rückwärts, seitwärts), Sprünge (einbeinig und beidbeinig) und andere Bewegungen wie Purzelbaum, Spinnenlauf, Rollen auf dem Boden, Setzen und Aufstehen sollten geschickt in das Training eingebaut werden. Aber auch einfach Stabilisationsübungen können als koordinative Aufgaben eingebaut werden.

Von der allgemeinen motorischen Ausbildung profitieren die Kinder ihr ganzes Leben lang. Und auch wenn es sich im Fußballtraining um Fußball drehen sollte, kann man hier als Trainer – vor allem auch im Aufwärmen – seinen Beitrag leisten. Dazu gehört auch, Übungen aus dem Lauf-ABC gut dosiert einzubauen.

Welche Aufwärmspiele für welche Altersklasse?

  • Bambini: Einfache Regeln, Bewegungsgeschichten, Fangspiele und kurze Spielzeiten.
  • F-Jugend: Kleine Ballspiele, viele Aktionen und spielerische Wettbewerbe.
  • E-Jugend: Mehr Technikaufgaben, kleine Spielformen und erste Entscheidungen unter Gegnerdruck.

Sollte ein Lauf ABC im Kinderfußball genutzt werden?

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass etwa das Grundlagentraining in der Leichtathletik, das auch das Lauf-ABC beinhaltet hervorragend geeignet ist, Kindern Bewegungsabläufe zu erleichtern und ihnen dadurch auch sportartspezifische Bewegungen beizubringen. Das kann ins Aufwärmen im Kinderfußball integriert werden.

In relativ kurzer Zeit Laufen Kinder viel ökonomischer und insgesamt „runder“ und können besser springen. Davon profitieren sie auch im Fußball. Das gilt vor allem für die Schnelligkeitsleistungen, die – sollte ein Kind später mal in Richtung Leistungsfußball gehen – hoch relevant sind. Mit einem schlechten Laufstil haben die Kinder hier deutliche Nachteile, von den möglichen körperlichen Spätfolgen mal abgesehen.

Motorische Anforderungen können fast in jedem Fall auch mit Ballübungen zum Aufwärmen verbunden werden. Der Ball steigert die Anforderungen noch zusätzlich und macht das ganze interessanter.

Was sind gute Übungen zum Aufwärmen mit Kindern?

Ganz hervorragend eignen sich zum Aufwärmen bei den kleinen Kickern Geschicklichkeitsspiele mit Bewegungsaufgaben, Fangspiele, Staffelläufe, Parcours mit Ball und Technikquadrate sind gute Aufwärmspiele für Bambini, F- und E-Jugend

Bewegungsspiele

Auf Zuruf vom Trainer bestimmte Tiere und ihre typischen Bewegungen mit vollem Körpereinsatz nachmachen (Kuh, Löwe, Affe, Schlange, Elefant, Adler etc.). Darauf achten, dass Bewegungen im Laufen, im Krabbeln und im Robben dabei sind, wenn der Platz es zulässt. Der Ball kann mitgenommen werden. Der Elefant hat ihn z. B. im Rüssel zwischen beiden Händen, der Affe unter einem Arm.

Auch ein altes Spiel wie Feuer – Wasser – Sturm kann man hier sehr gut einsetzen.

Fangspiele

Fangspiele erhöhen die Intensität und bringen neue Varianten in die Bewegungsabläufe. Viele Stopps, Antritte und Seitwärtsbewegungen schaffen ein abwechslungsreiche Bewegungsanforderungen im Aufwärmen.

Bei Kindern ist es auch meist kein Problem, Fangspiele schon zu Beginn des Aufwärmens einzusetzen, weil hier kaum ein Risiko für typische Muskelverletzungen wie Zerrungen besteht.

Eine Form des Fangspiels mit Ball ist etwa das Freilaufspiel auf Ballhalten, das man ab der E-Jugend durchaus auch nutzen kann. Hier findet ihr 6 Fangspiele mit Ball für den Kinderfußball.

Staffelläufe zum Aufwärmen im Kinderfußball

Eine sehr gute Aufwärmübung sind Staffelläufe, bei denen Bälle oder andere Materialien transportiert und übergeben werden müssen. Dabei lässt sich hervorragend die Geschicklichkeit schulen. Als hilfreiche Materialien kann man Hütchen, Stangen, Rugby-Bälle, Tennisbälle oder auch große Pezzibälle verwenden.

Man kann die Art der Bewegung (Laufen, Krabbeln, Springen, etc.) und die Form des Balltransports (eine Hand, vor oder hinter dem Rücken, über dem Kopf, mit dem Fuß, …) vorgeben und variieren.

Parcours mit Ball

Parcours mit Ball fördern die Technik und Bewegungsgeschicklichkeit. Noch dazu sorgen sie dafür, dass die Koordination geschult wird dergestalt, dass sich die Spieler auf mehrere Sachen gleichzeitig konzentrieren müssen (Ballposition, Abstand zum Hütchen, Technikaufgabe). Sie sollten nicht zu kompliziert sein, so dass sie auch schnell aufzubauen sind. Die nächsten Aufgabe sollte man immer erst geben, wenn die vorherige von allen Spielern ausreichend umgesetzt wurde.

Als Trainer kann man auch mehrere Parcours aufbauen und die Spieler in leistungshomogene Gruppen aufteilen, so dass die Spieler individueller gecoacht werden können. Das ist ein wichtiger Aspekt, wenn man jeden Spieler auf seinem Niveau weiterbringen will und bei den Kinder auch für Erfolgserlebnisse sorgen möchte.

Technikquadrat zum Aufwärmen im Kinderfußball

Das Technikquadrat ist eine sehr gute Organisationsform, um im Aufwärmen im Kinderfußball gezielt Technikübungen einzusetzen. So kann man über alle Niveaustufen hinweg das Techniklernen und -üben voranbringen, z. B. mit Dribbling-Übungen zum Aufwärmen.

Hier müsst ihr als Trainer in möglichst kleinen Gruppen arbeiten, um eure Spieler einzeln coachen zu können. Am besten teilt man größere Gruppen auf mehrere Quadrate auf und stellt ihnen jeweils einen Trainer zur Seite. Ist man alleine, sollte man nach und nach mit allen Quadraten arbeiten. Aufwärmen mit Ball im Technikquadrat geht immer, vor allem ab der F-Jugend.

Einfach kicken lassen!

Das ist das Allerbeste: am Anfang des Trainings alle auf ein kleines Feld rufen, ein oder zwei Bälle dazu und auf Tore kicken lassen. Schneller kriegt man die Kinder nicht in Bewegung. Wenn man möchte, baut man noch ein paar Zusatzregeln ein, man kann es aber auch lassen. Und nach 10 Minuten sind dann alle ausreichend in Bewegung und man kann mit dem „richtigen“ Training loslegen.

Was sind allgemeine Tipps zum Aufwärmen im Kinderfußball?

Im Idealfall schafft ihr es als Trainer, eine gute Mischung zwischen Abwechslung und Routine herzustellen. Das heißt, nicht jedes Training etwas Neues zu machen, aber Übungen auch nicht so oft durchzuführen, dass es langweilig wird. Ob es soweit ist, mal wieder etwas Neues zu machen, merkt man den Spielern oft an, weil sie nicht mehr bei der Sache sind. Das Aufwärmen im Kinderfußball sollte also immer wieder mal eine kleine Variation bieten, ansonsten aber nicht überfordern.

Porträt von Daniel
Über den Autor: Daniel

DFB-A-Lizenz-Trainer und BDFL-Mitglied mit viel Erfahrung im Kinder-, Jugend- und Amateurfußball. Zu meinen Trainerstationen gehören der SV Waldhof Mannheim, der TSV Neckarau und acht Jahre als DFB-Stützpunkttrainer. Meine Schwerpunkte sind Spielprinzipien, Coaching und die systematische Entwicklung junger Kicker.

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