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Probetraining und Scouting im Amateur- und Juniorenfußball: gute Entscheidungen treffen


Wollen Sie neue Spieler, die im besten Fall auch Verstärkungen für Ihre Fußballmannschaft sind, verpflichten bzw. bieten sich Fußballspieler bei Ihnen an, die in Ihrer Mannschaft spielen wollen, dann sollten Sie nichts überstürzen. Grundsätzlich ist es enorm schwierig, sich von Fußballspielern ein umfassendes und gutes Bild zu machen, wenn man sie nur wenige Male sieht vor einer etwaigen Entscheidung über Verpflichtung eines Spielers bzw. Absage. Da aktuell schon wieder die Probetraining- und Vereinswechselsaison läuft, hier ein paar Ideen und Anregungen zu diesem Thema, natürlich wie immer mit der Bitte um Diskussion/Ergänzung.

Hier ein paar Dinge, die helfen können, wenn Sie den Spieler nicht bereits kennen:

  1. Lassen Sie den Spieler unbedingt mehrfach zum Probetraining erscheinen, idealerweise bei Einheiten mit unterschiedlichem Trainings-Schwerpunkt. So sehen Sie, in welchen Bereichen er Schwächen/Stärken hat.
  2. Prüfen Sie Basisfähigkeiten, die Sie von einem Fußballspieler erwarten, z.B. Technik (auch schwacher Fuß), taktisches Verhalten, positionsspezifische Besonderheiten (Kopfballspiel bei Innenverteidigern, Torabschluss bei Stürmern).
  3. Achten Sie auch auf die sozialen und psychischen Eigenschaften, soweit das möglich ist: Kommuniziert der Spieler mit den anderen, gibt er Anweisungen? Wie reagiert er auf Stresssituationen? Wie ist seine Körpersprache? Wie einsatzfreudig ist er? Hat er aus Ihrer Sicht die richtige Einstellung, um erfolgreich Fußball zu spielen?
  4. Lassen Sie nicht eine Eigenschaft die anderen dominieren, sondern versuchen Sie, sich ein möglichst objektives Bild zu machen (unbedingt mindestens eine zweite, wenn nicht auch eine dritte Meinung einholen).
  5. Halten Sie Ihre Beobachtungen idealerweise schriftlich fest.
  6. Achten Sie vor allem auf die Trainingsleistung des Spielers in Spielformen unter Raum-, Zeit- und Gegnerdruck. Bewegungs-, Handlungs- und Reaktionsschnelligkeit sind besonders wichtig, da sie auf eine gute Grundlagenausbildung hindeuten. Viele Spieler sind gute Techniker, aber nur solange kein Gegner in der Nähe ist. Dazu eignen sich kleine Spielformen (2:2 bis 6:6) sehr gut.
  7. Fragen Sie den Spieler (wenn er sich bei Ihnen beworben hat) nach seiner Motivation und seinen Gründen für den gewünschten Vereinswechsel sowie nach seinen Zielen.
  8. Versuchen Sie, wenn möglich, den Spieler auch in mindestens einem Spiel zu beobachten (unangekündigt), um sein Verhalten in einer realen Wettkampfsituation zu sehen. Hier wird oft auch die Stellung in seiner aktuellen Mannschaft deutlich, die wiederum Rückschlüsse auf soziale Fähigkeiten zulässt.
  9. Holen Sie die Meinung von anderen Trainern aus Ihrem Verein ein, die den Spieler unter Umständen kennen. Auch Betreuer und Eltern haben immer wieder wertvolle Informationen über Spieler aus anderen Vereinen (über Schulkameraden, Freunde, etc.).


Wenn Sie die notwendigen Informationen haben, nutzen Sie sie, um sich ein genaues Bild zu machen, sprechen Sie mit Kollegen darüber und Sie werden sehen, dass Sie zu einer guten Entscheidung kommen. Das heißt nicht, dass die Entscheidung richtig ist, aber Sie wurde unter Berücksichtigung aller Informationen richtig getroffen. ;-)


Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

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