Probetraining und Scouting im Amateur- und Juniorenfußball: gute Entscheidungen treffen

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Wollen Sie neue Spieler, die im besten Fall auch Verstärkungen für Ihre Fußballmannschaft sind, verpflichten bzw. bieten sich Fußballspieler bei Ihnen an, die in Ihrer Mannschaft spielen wollen, dann sollten Sie nichts überstürzen. Grundsätzlich ist es enorm schwierig, sich von Fußballspielern ein umfassendes und gutes Bild zu machen, wenn man sie nur wenige Male sieht vor einer etwaigen Entscheidung über Verpflichtung eines Spielers bzw. Absage. Da aktuell schon wieder die Probetraining- und Vereinswechselsaison läuft, hier ein paar Ideen und Anregungen zu diesem Thema, natürlich wie immer mit der Bitte um Diskussion/Ergänzung.

Hier ein paar Dinge, die helfen können, wenn Sie den Spieler nicht bereits kennen:

  1. Lassen Sie den Spieler unbedingt mehrfach zum Probetraining erscheinen, idealerweise bei Einheiten mit unterschiedlichem Trainings-Schwerpunkt. So sehen Sie, in welchen Bereichen er Schwächen/Stärken hat.
  2. Prüfen Sie Basisfähigkeiten, die Sie von einem Fußballspieler erwarten, z.B. Technik (auch schwacher Fuß), taktisches Verhalten, positionsspezifische Besonderheiten (Kopfballspiel bei Innenverteidigern, Torabschluss bei Stürmern).
  3. Achten Sie auch auf die sozialen und psychischen Eigenschaften, soweit das möglich ist: Kommuniziert der Spieler mit den anderen, gibt er Anweisungen? Wie reagiert er auf Stresssituationen? Wie ist seine Körpersprache? Wie einsatzfreudig ist er? Hat er aus Ihrer Sicht die richtige Einstellung, um erfolgreich Fußball zu spielen?
  4. Lassen Sie nicht eine Eigenschaft die anderen dominieren, sondern versuchen Sie, sich ein möglichst objektives Bild zu machen (unbedingt mindestens eine zweite, wenn nicht auch eine dritte Meinung einholen).
  5. Halten Sie Ihre Beobachtungen idealerweise schriftlich fest.
  6. Achten Sie vor allem auf die Trainingsleistung des Spielers in Spielformen unter Raum-, Zeit- und Gegnerdruck. Bewegungs-, Handlungs- und Reaktionsschnelligkeit sind besonders wichtig, da sie auf eine gute Grundlagenausbildung hindeuten. Viele Spieler sind gute Techniker, aber nur solange kein Gegner in der Nähe ist. Dazu eignen sich kleine Spielformen (2:2 bis 6:6) sehr gut.
  7. Fragen Sie den Spieler (wenn er sich bei Ihnen beworben hat) nach seiner Motivation und seinen Gründen für den gewünschten Vereinswechsel sowie nach seinen Zielen.
  8. Versuchen Sie, wenn möglich, den Spieler auch in mindestens einem Spiel zu beobachten (unangekündigt), um sein Verhalten in einer realen Wettkampfsituation zu sehen. Hier wird oft auch die Stellung in seiner aktuellen Mannschaft deutlich, die wiederum Rückschlüsse auf soziale Fähigkeiten zulässt.
  9. Holen Sie die Meinung von anderen Trainern aus Ihrem Verein ein, die den Spieler unter Umständen kennen. Auch Betreuer und Eltern haben immer wieder wertvolle Informationen über Spieler aus anderen Vereinen (über Schulkameraden, Freunde, etc.).


Wenn Sie die notwendigen Informationen haben, nutzen Sie sie, um sich ein genaues Bild zu machen, sprechen Sie mit Kollegen darüber und Sie werden sehen, dass Sie zu einer guten Entscheidung kommen. Das heißt nicht, dass die Entscheidung richtig ist, aber Sie wurde unter Berücksichtigung aller Informationen richtig getroffen. ;-)

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50 Gedanken zu „Probetraining und Scouting im Amateur- und Juniorenfußball: gute Entscheidungen treffen“

  1. Ein Artikel zum Ballgewinnspiel wäre echt ne feine Sache ;-)

    In Verbingung mit dem 4-2-3-1 ein Traum!
    Ballgewinnspiel mit dem 4-2-3-1 :-)

    Grüße

  2. Hallo Trainer!

    Nach welchen Prinzipien läuft das “Ballgewinnspiel” bei gegnerischem/eigendem Ballbesitz ab?

    Sportliche Grüße
    Fred

  3. Wenn man nach außen lenken will, geht das ganz gut mit einem Stürmer, er läuft schräg an und provoziert den Ball auf den Außenverteidiger, dann stellt er den Rückpass zu, d.h. er bindet den Gegner auf der Seite. Das ist Arbeit für den Stürmer, aber funktioniert.

    Die Pässe in die Schnittstelle müssen vom 10er bzw. der Doppelsechs zugestellt bzw. abgelaufen werden. Natürlich funktioniert das nicht immer, aber sonst wäre Fußball auch ziemlich langweilig. Wenn der Innenverteidiger nach vorne dribbelt, ist erstmal der Stürmer dran (wenn er sich nicht abschütteln lässt). Ist der Stürmer überspielt, dann muss der 10er irgendwann eingreifen und das Pressing hat nicht geklappt (zumindest nicht so, wie es geplant war).

  4. Ja so in etwa.. Ist der Deckungsschatten von nur einem Stoßstürmer wirklich ausreichend um ein effektives Pressing zu spielen? (Pässe in die Schnittstelle)

    Und wie verhält man sich, wenn ein IV nach vorne dribbelt statt zum AV zu passen? Solltet der „10er“ ihn dann stellen und nach außen drängen?

  5. Kann mir gerade nicht vorstellen, was du meinst…dass der Innenverteidiger ins zentrale Mittelfeld spielt?

  6. Was ist denn mit dem Raum zwischen dem Stoßstürmer und den Aussenstürmen. Können hier nicht einfach Pässe hineingespielt werden?

  7. Hallo Felix,
    die Abstände gelten ja eigentlich nur für die Grundformation und das ballorientierte Verschieben. In der Pressingssituation werden sie je nach Verlauf verringert bzw. vergrößert. Auch, wie der 10er spielt, liegt in deiner Entscheidung. Ich würde ihn, wenn ich defensiv gut stehen will, auf einer Höhe mit den Außenspielern spielen lassen (klar im Mittelfeld). Wenn er zu weit vorne spielt, öffnet er gegebenenfalls den Raum im Zentrum vor der Doppelsechs, das Spielsystem ähnelt dann dem 4-4-2 bzw. 4-4-1-1. Mittelfeldpressing bezieht sich auch, soweit ich weiß, auf das Pressing etwa in der Mitte des Feldes (+/- 15 Meter) und hat weniger damit zu tun, ob das Mittelfeld die Pressingsituation einleitet. Bitte korrigiert mich, falls das nicht richtig ist.

  8. Guten Tag! :-)

    Kann man also sowohl Abwehr-, Mittelfeld-, als auch Angriffpressing aus dem 4-2-3-1 spielen?

    Mich beschäftigt nämlich die Frage, ob die Abstände zwischen Doppel 6 und offensiver Mittelfeldreihe (sollten ja bei ca. 8-12 Meter liegen) für das Mittelfeldpressing nicht zu groß sind…?

    Und spielt der „10er im 4-2-3-1 beim Pressing auf einer Höhe mit den Außenstürmern oder vorgeschoben und versetzt hinter dem Mittelstürmer, um dessen Deckunsschatten zu erweitern?

    Danke und liebe Grüsse :-)

  9. Um nochmal zum 4-2-3-1 zu kommen :P
    Was sind eigentlich die offensiven Vorteile dieses Systems? Eine situative Flexibilität durch situative Positionswechsel (rochieren) ist einer und sonst?

    Grüße!

  10. Danke, das wusste ich aber schon ;-)

    Vielmehr war meine Frage darauf bezogen, ob man auch im 4-2-3-1 (also nicht mit tiefstehenden Aussenstürmern wie im 4-4-1-1) Mittelfeldpressing spielen kann… Oder ob die Aussenstürmer hierfür „zu hoch“ stehen…

    Grüsse

  11. Hoch stehen ist das Gegenteil von tief stehen, d.h. weit vorne angreifen. An den Abständen innerhalb der Mannschaft ändert sich im Wesentlichen nichts.

  12. Bedeutet für dich hochstehen, das der Abstand vom lenkenden Stoßstürmer zur Viererkette nicht größer als 35 Meter ist?

  13. Das ist mir auch klar ;-)
    Ich meinte bezüglich der Höher Aussenstürmer, ob die nicht zu hoch stehen im 4-2-3-1?

  14. Danke!

    Und für ein in die Mitte gelenktes Mittelfeldpressing eignet sich dafür das 4-2-3-1?

    Grüsse

  15. Ja, kann man defensiv wie offensiv so spielen. Das hatte ich ja auch schon irgendwo geschrieben, die Grundformation sagt wenig darüber aus, wie dann das Pressing aussieht. Du kannst nach außen oder innen verteidigen, hoch oder tief pressen, eine bestimmte Seite bevorzugen, etc. Wenn die Außenstürmer hoch spielen, dann bietet sich Angriffspressing an, man kann sie aber auch zurückziehen und im 4-4-1-1 verteidigen.
    In letzerem Fall ähnelt das sehr dem Pressing im 4-4-2. Ich würde die drei in der Breite so auf maximal 30m stellen, die Doppelsechs so 12-15 Meter auseinander.

  16. Hey Trainer!

    Also kann man sowohl offensiv wie defensiv in einem 4-2-3-1 angreifen/verteidigen?
    Stehen beiden Aussenstürmer beim Pressing nicht zu hoch? Du hattest ja an anderer Stelle schon geschrieben, dass das Presssing aus dem 4-2-3-1 ähnlich wie das Pressing aus dem 4-4-2 (4-4-1-1) gespielt werden kann…. :/ ?Die Abstände in der Tiefe können aufgrund der zusätzlichen Mittelfeldreihe kleiner als im 4-4-2 ausfallen (35:3 statt 35:2).
    Wie weite sollten den die beiden zentral defensiven Mittelfeldspieler bzw. der 10er zu seinen Außenstürmer in der Breite entfernt zu einander stehen? (Grundformation bei gegnerischem Abstoß).

    Liebe Grüße
    Felix

  17. Ob das zu eng ist, hängt von Gegner- und Ballposition sowie der Spielsituation ab, deshalb nicht zu beantworten…
    Ich würde sie wie auf dem Bild eher innen spielen lassen.

  18. Also zwischen Viererkette und Doppel 6 ungefähr 10 Meter und zwischen Doppel 6 und offensiver mittelfeldreiche wieder 10 Meter und zwischen offensiver dreiherreihe zum stoßstürmer wieder 10 oder ist das zu eng?

    Die Breitenabstände z.B. Zwischen IV und IV oder den beiden zentralen Spielern betragen weiterhin 8-12 Meter; die Abstände des ballfernen Aussenspieler sind allerdings größer (kKonterchance).

    Würdest du also die beiden Aussenstürmer in 4-2-3-1 auf dem Bild in der defensiven Grundformation breiter aufstellen?

    Grüße

  19. Also zwischen Viererkette und Doppel 6 ungefähr 7 Meter und zwischen Doppel 6 und offensiver mittelfeldreiche wieder 7 Meter oder ist das zu eng?

    Würdest du also die beiden Aussenstürmer in 4-2-3-1 auf dem Bild in der defensiven Grundformation breiter aufstellen?

    Grüße

  20. Hallo, das mit den Abständen ist so eine Sache…ich bin eigentlich dafür, nicht zu eng zu spielen, um schneller öffnen zu können bei Ballgewinn. Andererseits ist, je enger man spielt, der Ballgewinn wahrscheinlicher. Ich denke aber, dass man unter Umständen beim 4-2-3-1 immer wieder mal das Durchschieben sein lässt, d.h. dass der ballferne Spieler etwas breiter bleibt als die Abstände in Ballnähe sind. Denke, der ballferne kann schon auch mal 20 Meter weit weg sein, damit die Formation insgesamt nicht zu schmal wird, was bei misslungenem Pressing gefährlich werden kann (schnelle Spielverlagerung). In der Tiefe sind die Abstände (wenn man sehr kompakt spielt) nach meiner Einschätzung geringer als beim 4-4-2, da man ja eine zusätzliche Reihe zur Verfügung hat. Insofern deckt man die (idealtypischen) 30-35 Meter in der Tiefe mit 4 Reihen ab, wo man beim 4-4-2 nur 3 Reihen hat.

    Grüße
    Daniel

  21. Hallo zusammen

    @ Thomas: Defensiv würde ich so wie auf dem
    Bild vom DFB spielen, so stehst du im Zentrum sehr kompakt und kannst ein gutes Pressing spielen.

    Was die Abstände angeht kann ich dir nicht weiterhelfen, das muss dir Daniel sagen.

    Max

  22. Hey…
    Im 4-4-2 wird ja enpfohlen, dass die Abstände in der Breite maximal bei 8-12 und in der Tiefe bei maximal 8-15 Meter.
    Bei zwei Viererketten ist das auch logisch und verständlich, doch wie sieht das im 4-2-3-1 mit einer Doppel 6 und einer offensiven 3er Reihe und einem Stoßstürmer?
    Wie groß sollten hier ungefähr die Abstände innerhalb bzw. zwischen den Mannschaftsteilen sein?

    Und wie sieht die defensive Grundordnung (im Gegensatz zur offensiven) aus? Wie auf dem Bild oben oder sollten die Außenstürmer breiter positioniert sein?

    Danke im Vorraus! :-)
    Liebe Grüße
    Thomas

  23. Und wie groß sollten die Abstände in der Tiefe von Viererkette zu Doppel 6 und von Doppel 6 zu der offensiven Dreierreihe ungefähr sein?
    Und wie groß ungefähr in der Breite?
    Grundvoraussetzung beim 4-2-3-1 ist ja wie bei jedem anderen System schnellst möglich in eine kompakte Grundordnung zu kommen.

    Sportliche Grüße

  24. Irgendwo hatte ich schonmal erwähnt, dass es kein richtig oder falsch gibt. ;-) Aber klar geht das und klar kann man so erfolgreich sein…

  25. Super! :-)
    Also bietet es sich an auch im 4-2-3-1 zu verteidigen, insbesonders wenn man Pressing spielt?
    Und der ballferne Mittelfeldaußen kann zwar stark ballorientiert verschieben, sollte dies aber nur situativ (Spiel verlagert sich ins Zentrum) tun und sonst „breit“ bleiben zwecks Spielverlagerungen und als Absicherung gegen diagonal Bälle.
    Hinter den Ball bzw. hinter den druckausübenden ballnahen 6er muss er nur bei zentraler Ballposition (Abwehrdreieck). Wird er überspielt doppelt er nachhinten, sofern sein Laufweg nicht zu lang ist und der ballnahe 6er den kürzeren Weg hätte.

    Klingt richtig, ist das auch richtig? :-P

  26. Also wie genau man einrückt, ist Geschmackssache. Aber ich denke, der ballferne Außenstürmer spielt weiter im Zentrum, man ist so aber auch anfälliger bei Spielverlagerungen. Allerdings lassen die sich auch besser verhindern, da man ja in Ballnähe aggressiv attackiert. Beim Verschieben/Einrücken macht es schon auch Sinn, nicht grundsätzlich weit einzurücken, sondern situativ zu entscheiden. Hier ist aber immer auch die Frage, wie stark der Gegner ist und ob ich das Zentrum deshalb vielleicht nicht ganz zuschieben muss.

  27. Hey…
    Das macht Sinn! Da wir sowie so ein agressives Mittelfeldpressing spielen wollen lasse ich meine Mannschaft auch im 4-2-3-2 verteidigen und nur gegen starke Gegner oder um eine Führung zu verteidigen im 4-4-1-1 spielen.

    Habe ich das Richtig verstanden dass der Vorteil ist, dass der ballferne Aussenstürmer stärker ins Zentrum einrücken kann als im 4-4-2, da er vor und nicht neben der Doppel 6 spielt?

    Bei einem Gegnerischen Flügelangriff (ohne eigenes Pressing) würde doch der AV attackieren der Ballnahe Aussenstürmer nach hinten doppeln (sofern er überspielt wurde) der ballnahe 6er schiebt auch zum doppeln raus und der 2te 6er sichert das Zentrum. Der 10er würde ebenfalls zum Flügel rausschieben und der ballferne Aussenstürmer könnte stark einrücken da er vor und nicht neben dem 6er spielt.

    Habe ich das richtig verstanden?

    Nun Stelle ich mir aber wiede die Frage soll/muss er überhaupt soweit einrücken? Oder soll er nicht zwecks Anspielstation nach Ballgewinn „breit“ bleiben also nur situativ verschieben? :-)
    Was für das verschieben sprechen würde, wäre die Tatsache, dass er ja aus keiner tiefen Position in den Ball starten muss… sondern sich ja vor dem Ball befindet..,

    Oder, was würdest du empfehlen? :-)

    Grüsse! :-)

  28. Zwei Reihen haben den Vorteil, dass du früh draufschieben kannst (offensive Mittelfeldreihe) und trotzdem noch eine gute Absicherung hast. Zwei Viererketten werden schon auch oft gespielt. Wenn du dir aber das Verschieben und attackieren auf dem Flügel vorstellst/aufzeichnest, dann hast du beim 4-2-3-1 mehr Spieler in Ballnähe, weil die ballfernen weiter einrücken als beim 4-4-2. Ich könnte mir auch vorstellen, dass man durch die zweite Mittelfeldreihe nicht so schnell Druck auf die eigene Viererkette kriegt, weil noch eine zusätzliche Reihe vor der Abwehr verteidigt. Aber Praxiserfahrung damit habe ich auch nicht… Beim Defensivverhalten gibt es so viele möglich Varianten, es ist also bestimmt nicht so, dass sich 4-4-1-1 mit hoch agierenden Außen ergibt. Das geht und ich würde das u.U. auch so spielen, aber es ist nur eine Lösung von vielen.

  29. Grüß dich Daniel!
    Das es sich in einem 4-2-3-1 anbietet, mit einem 10er und nur situativ mit hängender Spitze zu spielen, habe ich verstanden :-) Danke!

    Aber den defensiven Vorteil von 2 Mittelfeldreihen statt einer noch nicht :-(

    Ich bin bisher davon ausgegangen, dass sich das 4-2-3-1 in der Defensive zu einem 4-4-1-1 mit höher agierenden Außen verschiebt. Also eine Mittelfeldreihe statt 2.
    Sind im heutigen Fußball nicht 2 viererketten bei gegnerischem Ballbesitz Standard?

    Macht es in der Defensive mehr Sinn wenn man mit 2 statt einer Mittelfeldreihe spielt/verteidigt? Und warum?

    Grüsse! :-)

  30. Ich denke, das liegt daran, dass man eine bessere (Tiefen-)Staffelung hat in der Defensive. Beim 4-4-2 spielen die 4 eher nebeneinander im Mittelfeld (1 Reihe). Beim 4-2-3-1 hat man 2 Mittelfeldreihen (eine offensivere und eine defensivere), die aber nicht so breit aufgestellt sind. Deshalb wird die ballentfernte Seite automatisch stärker geräumt, wenn man die Abstände in der Breite wenigstens grob zwischen 8 und 15 Metern halten will. So würde ich mir den Hinweis erklären.

    Für Steil-Klatsch denke ich ist ein 10er wirklich besser geeignet, weil zwischen Spitze und 10er mehr Raum ist, in den der 10er dann mit Blick zum Tor starten kann, wenn der Stürmer den Ball ablegt.

    Grüße
    Danie

  31. Für das spielen mit einem 10er würde doch auch sprechen, dass Vorteil im 4-2-3-1 ist die Tiefenstaffelung für das „Steil-Klatsch-Spiel ist. Und für dieses Steil-Klatsch-Spiel ist ein 10er besser geeignet als eine hängende Spitze oder?

    Und zuletzt:
    Folgende Passage ist mir nicht klar:
    „Zum Abschluss noch etwas: Spielen im 4-2-3-1 die 7 und die 11 defensiv mit, dann hat man fünf Mann im Mittelfeld und aufgrund der Raumaufteilung sind alle sehr stark ballorientiert, das heißt, sie räumen die ballentfernte Seite komplett ab. Im 4-4-2 ist dies so extrem nicht möglich.“ (@http://www.badische-zeitung.de/f-wm/die-frage-des-systems-4-4-2-oder-4-2-3-1–31944030.html)

    Kannst du mit diesen Defensivenvorteil auch näher erläutern Daniel?

    Woa ich habe noch nie zuvor mich so intensiv mit einem taktischen Thema befasst und war noch nie so wissengierig! ;-)

    Schöne Woche!
    Lg
    Thomas

  32. Guten Tach!

    hab hier was interessantes gefunden:

    Die dargestellte Formation würde doch einem 4-2-3-1 in (sehr) offensiver Auslegung entsprechen oder?

    Zusammengefasst lässt sich doch festhalten, dass das 4-2-3-1 extreme Flexibilität zwischen offensiver und defensiver Ausrichtung gewährt.

    Offensive Ausrichtung:
    wie auf der Zeichnung dargestellt; 1 Stoßstürmer und 2 hängende Halbspitzen und einem zentralen Spielmacher. Der zentrale Spielgestallter genießt aufgrund doppelter Absicherung einige Freiheiten. Die eigene Doppel 6 verteidigt auch am Flügel und vorne dominiert das Kurzpasspiel in Kombination mit den drei (hängenden) Spitzen, dem 10er und einem nachrückenden 6er/AV.

    Defensive Ausrichtung:
    1 Stoßstürmer, ein 10er und 2 Außenstürmer auf der Halbposition. In dieser Variante sichern die beiden Außenspieler zuerst den Flügel und bieten sich bei Kontern als Anspielstation am Flügel an. Der Stoßstürmer muss nach einem Ballgewinn die Anspielstation für den Pass in die Tiefe schaffen. Er legt schnell auf die umschaltenden Mittelfeldspieler ab (konterorientiert).

    Kann man so spielen oder?

    Bleibt aber die große Frage ob man bei offensiver Interpretation des 4-3-2-1 mit einem Stoßstürmer und 2 hängenden Halbspitzen (Außenstürmern) und einem zentralen Spielmacher spielt

    oder

    mit drei Halbspitzen (links – zentral – rechts). Also 2 hängenden Außenstürmern und einer zentralen Halbspitze.
    Die zentrale Halbspitze spielt im Spielaufbau als hängende Spitze und stößt bei Angriffen über den Flügel als zweite Spitze vor das gegnerische Tor.
    (@

    Ich bin ein großer Fan des 4-2-3-1, aber diese Frage beschäftigt mich echt sehr :-)

    Kätzerisch könnte man ja sagen spiel doch einfach 4-3-3! Aber wie du schon weißt habe ich 2 sehr starke Dribbler, einen guten 10er und einen bärenstarken, technisch guten Stoßstürmer die alle auf jeder Position im (4-2)-3-1 spielen können, sodass wir vorne viel rochieren wollen und das meiner Meinung nach im 4-2-3-1 besser/flüssiger geht. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Außenstürmer ihre Rolle im 4-3-3 (anders als im 4-2-3-1!!) zu offensiv interpretieren.

    Also dann schieß mal los Daniel ;-)

    Schönen Restsonntag!

    Sportliche Grüße!
    Thomas

  33. Hey Danke!
    Also mit 2 hängenden Spitzen, einem Mittelstürmer und einem zentralen Spielmacher. Wie würde das auf dem Papier aussehen?
    Defensiv würden die Außen mehr mit nach hinten arbeiten und stärker verschieben.
    Lg und danke im vorraus. :-)

  34. Wenn ich besonders offensiv spielen möchte, dann würde ich persönlich eher die Außen sehr weit vorne agieren lassen und dafür einen echten 10er haben (der klar hinter den Stümern spielt.) Ich finde, dann ist die Mannschaft besser in der Tiefe gestaffelt, gerade im MF. Aber das ist auch vom Kader abhängig. Deshalb spiele ich ja auch 4-4-2.

  35. Ja das klingt logisch.
    Wie würdest du den die Aufstellung verändern, wenn du aus dem 4-2-3-1 besonders offensiv/defensiv agieren willst?
    Würdest du mit hängenden Außenstürmern und einer hängenden Spitze spielen oder nur mit einer hängenden Spitze?
    Freue mich auf deine Infos!
    LG

  36. Gar nicht so einfach zu sagen. Eine Variable beim System ist ja auch, wie tief man stehe bzw. wie früh man angreift. Wenn man nicht mehr pressen will, dann versucht man einfach nur, keine Passmöglichkeiten und Torchancen für den Gegner zuzulassen. Insofern verschiebt man kompakt und stellt Passwege zu, sodass der Gegner wieder zurück spielen muss. Das macht etwa AC Mailand ganz gut und auch Inter unter Mourinho (die Italiener allgemein)…

    Bezüglich des zentralen Mittelfeldspielers finde ich, man sollte ein bisschen Gelassenheit walten lassen. ;-) Meistens ergibt es sich sowieso aus der Situation heraus, wie er seine Rolle spielt. Wenn ein Spieler von der 10er-Position (klar hinter den Spitzen) Torgefahr ausstrahlt, wieso sollte er als hängende Spitze agieren, wo er vielleicht weniger Platz hat…
    Offensiv spielen heißt für mich, dass sich ein Großteil der Mannschaft am Angriffsspiel beteiligt. Ist also eher eine Einstellungs- als eine Aufstellungssache.

    Die Aussage ist also auf jeden Fall verwirrend, wie der ganze Fußball insgesamt. :-)

  37. Hallo zusammen,

    bin auch Besitzer dieses fantastischen Buches! Selten ein so fantastisch Trainingsbuch gelesen.
    Zu deiner Frage: Die Beschreibung ist in der Tat was schwammig.
    Im Prinzip spielt man ein 4-2-3-1 entweder mit 2 hängenden Aussenstürmern (verkapptes 4-2-1-3) oder ein 4-2-3-1 mit hängender 10, wenn man nicht aus einer Normalen Grundordnung im 4-2-3-1 agieren möchte.

    Ob 10er und Aussenstürmer hängend agieren, wenn man besonders offensiv agieren möchte, kann ich dir nicht beantworten, dass muss dir Daniel sagen.

    Mich würde aber auch interessieren, in wieweit sich das 4-2-3-1 je nach Spielstand/Gegner verschiebt.
    Grundsätzlich will ich aus einer offensiven 4-2-3-1 Grundordnung raus agieren. Wie verschiebt das System wenn wir gegen einen sehr starken Gegner spielen und wie wenn wir eine Führung verteidigen wollen, also mit dem Ergebnis zufrieden sind. Dann spielt man kein Pressing mehr oder?

    Schönes Wochenende und danke im Vorraus!
    Grüße Thomas

  38. Guten Abend!

    Ich habe auch eine Frage zum aktuellen 4-2-3-1:

    Ich habe gelesen, das dass 4-2-3-1 besonders variables Angreifen erlaubt und sowohl in defensiver als auch offensiver Grundausrichtung interpretierbar ist.
    In offensiver Grundausrichtung würde man mit drei (hägenden) Spitzen spielen, einem zentralen Spielmacher, zwei spielmacherähnlichen defensiven Mittelfeldspielern und zusätzlich vorstoßenden Verteidigern.

    Der gleiche Autor schreibt aber auch das der zentrale Spielgestalter würde bei offensiver Interpretation seiner Rolle als hägende Spitze spielt.
    (Quelle: Erfolgreiches Angreifen Moderne Spielsysteme – vom Spielaufbau bis zum Torerfolg)
    Das verwirrt mich ein wenig. Ich würde gerne mit meiner Mannschaft in einem offensiv orientiertem 4-2-3-1 spielen.
    Wer spielt bei offensiver Ausrichtung als hängende Spitze? Die beiden Flügelstürmer und der zentrale Spielgestalter oder nur die beiden Mittelfeldaussen?

    Und wie sieht das System bei defensiver Ausrichtung aus?

    Sportliche, kollegiale Grüsse!
    Christian

  39. Sehe ich auch so, sonst hättet ihr ja quasi 4 Stürmer, das kann schon ziemlich eng werden da vorne…

  40. Habe Arsenal in letzter Zeit nicht so verfolgt, aber ich glaube, Arsène Wenger hat von einem 4-4-2 auf ein 4-2-3-1 umgestellt. Ich würde statt einem 4-4-1-1 auch eher ein 3-1 vorne spielen, das 4-4-1-1 ist doch sehr defensiv ausgerichtet. Denke, dass die Außen bei Bayern so offensiv spielen, dass sich eher eine 4-2-3-1 bzw. sogar ein 4-3-3 ergibt.

  41. Hallo nochmal!

    Um nochmal auf das 4-2-3-1 zurück zukommen:
    Für das spielen mit einem klassischen 10er würde auch sprechen, dass sich unser 4-2-3-1 im Angriff in ein 4-3-3 (4-2-1-3) verschiebt. Wir spielen ja mit klassischen Außenstürmern die oft ins Zentrum ziehen (anstatt zu flanken) und dort den Abschluss suchen. Ein 2ter Stürmer würde hier doch eventuell Räume zustellen. Oder?

    Danke Trainerfuchs, Daniel!
    Lg Thomas

  42. Die Bayern spielen ja ein klassisches 4-4-1-1 mit Thomas Müller als hängender Spitze.
    Wir wollen aber lieber so spielen wie Arsenal: schnelle Konter, schnelles Spiel in die Spitze, ständiges rochieren also viele Positionswechsel.
    Arsenal spielt im klassischen 4-2-3-1 oder?

    Und was würde sich nach der Spielphilosophie besser eignen, das 4-2-3-1 oder ein 4-4-1-1 (4-2-3-1 mit hängender Spitze)?

    Sportliche Grüße und danke im Vorraus!

  43. Wir versuchen schon schnell zu kontern, aber auch gerade sehr flexibel zu agieren (rochieren). Der zentraloffensive Mittelfeldspieler sollte unserer Meinung nach die beiden Außenstürmer unterstützen, mal mit ihnen rochieren, mal als 2. Stoßstürmer agieren und mal als hängende Spitze.

    Von der Ausrichtung her wollen wir offensiv dominant und durchaus risikoreich agieren.
    Unser Riesenvorteil ist, das wir 2 super Dribbelstarkeaußen haben (2 Rechtsfüßler, der Links spielt schießt auch Tore nach dem er reingezogen ist) einen Mittelstürmer der extrem kopfball und zweikampfstark ist und einen klasse 10er mit toller Technik und tollem Spielverständnis, der allerdings aufgrund seines körperbaus größeren und kräftigeren Spielern unterlegen ist. Wohlfühlen tut er sich auch mehr im Sturm…

    Jeder kann jede Position im (4-2)-3-1 spielen. Und wir vermuten das wenn wir auf 4-4-1-1 bzw. 4-2-3-1 mit grundsätzlich hägender Spitze umstellen wir an Bewegung / Rochieren im Spiel verlieren und sich der „10er“ nur als Stürmer sieht.

    Lg

  44. Hallo Thomas,
    die Verschiebung in Richtung 4-4-2 halte ich auch für wahrscheinlich, aber ist das so schlimm? Ich persönlich bin sowieso eher ein 4-4-2-Fan. Die Positionswechsel sind schwieriger, aber wenn jeder auf seiner Position gut spielt, dann ist das doch okay. Insofern ist die Frage eigentlich, ob der Spieler auf der 10 besser spielt/mehr Torgefahr ausstrahlt als der Spieler, der die hängende 9 spielt. Ich finde die zentrale Anspielstation im Mittelfeld nicht so übermäßig wichtig, aber das hängt davon ab, wie ihr spielt: Bei einem ausgiebigen Kurzpassspiel im Mittelfeld kann der 10er sehr wichtig sein. Spielt ihr aber schnell in die Spitze, dürfte die hängende 9 mehr Wert haben, da gleich eine Unterstützung für den anderen Stürmer da ist. Insofern mal wieder ein Frage der gesamten Spielphilosophie.

    Grüße
    Daniel

  45. Hallo Trainer!

    Wieder ein toller Artikel! Wir (mein Co und ich) machen das so, dass neue Spieler einen vorher entwickelten Parcours aus tenisch/taktisch/koordinativen Aufgaben absolvieren müssen. Klappt bisher sehr gut!

    Wir sind im Moment aber am überlegen ob wir im 4-2-3-1 den zentral-offensiven als klassische „10“ oder als hängende Spitze „falsche 9“.
    Was spricht für das eine, was für das andere?

    Meine größte Skepsis besteht darin, das ich vermute dass sich unsere Spiel mit einer hägenden Spitze in Richtung 4-4-2 verschiebt.
    Damit würde ja die zentrale Anspielstation in diese
    System wegfallen und dadurch extrem an Charme verlieren. Zusätzlich ließen sich meiner Meinung nach flexible Positionswechsel schwieriger durchführen.

    Was ist deine Meinung dazu Daniel?

    Lg Thomas

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