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Positionen im Fußball und ihre Aufgaben


Jede Position im Fußball hat unterschiedliche Aufgaben, die im Zusammenspiel das taktische Konzept einer Mannschaft ergeben. Dabei hat jeder Trainer seine eigene Vorstellung von Defensiv- und Offensivaufgaben und muss diese mit den Fähigkeiten seiner Spieler abgleichen.

Zunächst spricht man von Positionsgruppen: Torwart, Verteidiger, Mittelfeld, Stürmer. Innerhalb der Positionsgruppen gibt es dann noch verschiedene Positionen mit unterschiedlichen taktischen Aufgaben in Offensive und Defensive. Dazu hier ein Überblick:

Torhüter / Torwart

Torhüter im Fußball sollen vor allem Tore verhindern. Modern interpretiert sind sie auch „Liberos“ hinter der Abwehrkette und halten sie ihrer Verteidigung den Rücken frei. Bei eigenem Ballbesitz sind sie wichtige Anspielstation im Spielaufbau.

Torhüter benötigen Torwarttechniken (Fangen, Fausten, Abwehren mit dem Fuß, Hechten und Ball aufnehmen, Abwerfen). Dazu brauchen sie natürlich auch Feldspielertechniken, hauptsächlich Passen, Flugbälle und Ballannahme. Sehr gute Torhüter sind hier genauso gut wie Feldspieler.

Innenverteidiger

Die Innenverteidiger sind das Rückgrat der Abwehrkette. Bei einer Viererkette gibt es zwei, bei einer Dreierkette drei Innenverteidiger. Sie verhindern Tore der gegnerischen Stürmer. Zusammen mit den Außenverteidigern und dem Torhüter übernehmen sie den Spielaufbau.


Sie müssen zweikampfstark und schnell sein. Hinzu kommt ein gutes Kopfballspiel und Passspiel. Oft sind Innenverteidiger groß (wegen des Kopfballspiels) und körperlich robust, Beispiel Niklas Süle vom FC Bayern München oder Michael Schultz vom SV Waldhof Mannheim.

Außenverteidiger

Außenverteidiger können sehr unterschiedliche Spielertypen sein. Vom stabilen Verteidiger, der einfach seine Aufgabe in der Viererkette hinten erfüllt bis hin zum Offensivverteidiger, der sich in jeden Angriff einschaltet und maßgeblich den Spielaufbau mitbestimmt. Unterscheidungskriterien sind oft die Lauffreude und die technischen Fähigkeiten des Spielers.

Offensivverteidiger besetzen im Angriff die Flügelposition. Das gilt vor allem bei Spielsystemen, die keine festen Flügelspieler vorsehen. Beispiel: 4-2-2-2. Ein starker rechter Außenverteidiger mit internationalem Format ist Jan-Hendrik Marx vom Drittligisten SV Waldhof Mannheim, der sicherlich in naher Zukunft auch ein Kandidat für die Deutsche Nationalmannschaft werden wird. Ein weiterer guter Vertreter seiner Zunft ist Marcelo, der allerdings nicht an die Klasse eines Marx herankommt.

Wichtig für Außenverteidiger ist, dass sie sowohl mit ihrem Vordermann (soweit vorhanden) als auch dem neben ihnen spielenden Innenverteidiger viel kommunizieren und ständig ihr Stellungsspiel (Abstände, Tiefe, Blickrichtung) anpassen. Dabei müssen sie ihre Position auf dem Feld, die Ballposition und die in der Nähe befindlichen Gegner einkalkulieren.

Mehr Informationen zum Außenverteidiger im Artikel Außenverteidiger im Fußball.

Positionen im Fußball und ihre Abkürzungen

Sechser / 6er (zentrales defensives Mittelfeld)

Der Sechser ist im Fußball die Position vor der Abwehr. Diese kann mit einem oder mit zwei Spielern (Doppelsechs), im AUsnahmefall auch mit drei Spielern besetzt sein. Drei Sechser nutzt man allerdings nur, wenn man sehr defensiv agiert.

Die Spielweise der Sechser kann sehr unterschiedlich sein: Es gibt klassische defensive Abräumer, Aufbauspieler und Box-to-Box-Spieler, die die gesamte Länge des Feldes in Defensive und Offensive bearbeiten. Dabei kommen Sechser selten in dieser Reinform vor, sondern meist als Mischung verschiedener Spielanlagen.

In der Defensive kommt es – abhängig vom Spielsystem – häufig zum Duell des eigenen Sechsers mit dem gegnerischen Zehner. Der Sechser ist es meist, der das Mittelfeld durch Kommandos organisiert. Insofern sind hier in vielen Fällen kommunikationsstarke Führungsspieler zu finden.

Einzelheiten zum Sechser und seinen Aufgaben findet ihr im Artikel Sechser im Fußball.

Zehner / 10er (zentrales offensives Mittelfeld)

Traditionell ist die Nummer 10 im Fußball die Nummer des Spielmachers, des meist kreativsten Spielers einer Mannschaft. Durch die moderne Raumdeckung sind jedoch weniger Räume für das Aufbauspiel vorhanden. Der Zehner muss deshalb in den Lücken zwischen den Reihen spielen und die kleinen vorhandenen Räume nutzen. Oft geht er – vor allem bei Systemen mit einem Stürmer – auch mit in die Spitze.

Ein Zehner muss Spielübersicht haben, Spielsituationen antizipieren können und technisch hervorragend ausgebildet sein. Dazu gehören Handlungsschnelligkeit, Ballkontrolle, Dribbling präzises und druckvolles Passspiel über kurze und mittlere Distanzen und auch ein guter Torabschluss. Herausragende Zehner sind sind der Brasilianer Neymar (der auch oft auf der Außenbahn spielt) oder auch der Belgier Kevin DeBruyne von Manchester City.

Achter / 8er (zentrales Mittelfeld)

Der Achter im Fußball ist vor allem in einem zentralen Dreiermittelfeld (Spielsysteme: 3-5-2, 4-1-4-1, 4-2-3-1, 4-3-3) zu finden. Er spielt in der Defensive ähnlich einem Sechser häufig tief und rückt bis vor die Abwehr nach hinten. Dadurch schließt er mögliche Lücken in der Defensivformation und sichert Schnittstellen ab.

In der Offensive spielt der Achter situativ entweder aus der eher tiefen Sechserposition heraus (im Spielaufbau und dem Übergangsspiel) oder er agiert im oder in der Nähe des gegnerischen Strafraums. Somit spielt er eine hybride Rolle und kann sicherlich als eine Mischung aus Sechser und Zehner – was das Positionsspiel angeht – bezeichnet werden.

Relativ typisch ist beim Achter auch das herauslösen auf die Halbpositionen. Das heißt, er agiert nicht mehr starr im Zentrum, sondern weiter in Richtung Flügel verschoben. So kann sich der Achter gegen kompakt spielende Gegner Raum für den Spielaufbau und das Übergangsspiel verschaffen.

Äußere Mittelfeldspieler und Außenstürmer

Die äußeren Mittelfeldspieler spielen auf der Außenbahn, seltener im Halbfeld (z. B. beim 4-4-2 mit Raute). Hier sind sie vor allem für das Offensivspiel über die Flügel zuständig. Defensiv müssen sie unterstützen, wenn der gegnerische Außenverteidiger am Flügel offensiv agiert. Außerdem lenken sie in vielen Fällen das gegnerische Angriffsspiel, um Pressingsituationen herzustellen. Dazu sorgen sie für Überzahlsituationen, wenn sie ihre Außenverteidiger beim Doppeln unterstützen.

Ihre Laufwege gehen gerade oder schräg in Richtung Torauslinie (um zu flanken) oder nach Innen, um selbst zu Torabschluss zu kommen bzw. in den Strafraum einzudringen. In der Offensive spielen vielen Mannschaften mit Rechtsfüßern auf der linken Offensivseite und andersherum. Diese Spieler können leichter nach innen ziehen und mit ihrem starken Fuß auf das Tor schießen bzw. den Ball tief spielen.

Die Außenstürmer haben ein ähnliches Aufgabenspektrum, spielen jedoch noch weiter vorne als äußere Mittelfeldspieler. Im modernen Fußball sind diese Übergänge fließend und Spieler spielen je nach Spielsituation höher (weiter vorne) oder tiefer (weiter hinten).

Besonders viele gute Außenstürmer werden in den Niederlanden ausgebildet, wo das 4-3-3 System sehr beliebt ist. Das basiert in der niederländischen Variante auf wirklich sehr breit agierenden Außenstürmern mit guten Dribbelfähigkeiten, überragender Schnelligkeit und starkem Zug zum Tor. Beispiele sind Memphis Depay, Quincy Promes, aber auch der luxemburgische Nationalspieler Maurice Deville.

Zentrale Stürmer

Die Hauptaufgabe eines Stürmers im Fußball ist das Toreschießen. Mannschaften spielen meist mit 1-3 Stürmern. Manchmal tritt ma auch ohne nominelle Stürmer (z. B. bei der “falschen Neun”). Am häufigsten ist das Spiel mit einem oder zwei Stürmern. Es gibt sehr viele unterschiedliche Stürmertypen, sogenannte Strafraumstürmer (Pierre-Emerick Aubameyang), Stoßstürmer (Harry Kane), Konterstürmer (Romelo Lukaku) dribbelstarke Stürmer (Lionel Messi), spielende Stürmer (Karim Benzema).

Je nach Philosophie setzen Trainer etwa auf große kopfballstarke Stürmer oder kleine Dribbler im Sturmzentrum. Spielt ein Stürmer alleine vorne muss er viele Bälle halten und auf seine Mitspieler ablegen (Wandspieler). Moderne Stürmer müssen schnell sein, einen sehr guten Torabschluss haben und grundsätzlich auch am Kombinationsspiel der Mannschaft teilnehmen können. Darüber hinaus können sie auch defensiv mitarbeiten in Druckphasen des Gegners.

Lesetipps zum Thema Stürmer und Stürmertraining:

Positionen im Fußball – gängige Abkürzungen

AbkürzungBezeichnete Position
TWTorwart, Torhüter
IVInnenverteidiger
(R)AV(rechter) Außenverteidiger
ZDMzentrales defensives Mittelfeld (Sechser)
ZMzentrales Mittelfeld (Achter)
ZOMzentrales, offensives Mittelfeld (Zehner)
RM/LMrechtes/ linkes Mittelfeld
RA/LARechtsaußen/ Linksaußen (Flügelstürmer)
STStürmer (meist bei 2 Stürmern)
MSMittelstürmer (z. B. als Stoßstürmer)

Die Hinweise auf die Spieler des SV Waldhof Mannheim sind vielleicht nicht ganz ernst gemeint…ist so’n Sympathieding :-)


Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.