Training F-Jugend 3 gegen 3

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F-Jugend-Training ist ohnehin anspruchsvoll. Deshalb sollte für das Training ein einfacher Aufbau gewählt werden. Ein Training in der Grundlagen-Spielform 3 gegen 3 (Funino) ist hier aus Sicht des Trainers taktisch klug. Das bietet als Spielform mit abgeleiteten Übungsformen viele Vorteile für Lerneffekte bei den Kindern. Dazu gehören vor allem das Entscheidungstraining für taktische Grundlagensituationen und das Freilaufen und Passen. 1 gegen 1 Situationen, die ebenfalls sehr wichtig sind in der F-Jugend, stehen in dieser Einheit nicht im Mittelpunkt.

Aufbau und Organisation des Trainings im 3 gegen 3

Der Trainingsaufbau ist denkbar einfach. Man braucht nur ein Funino-Feld (30*20 Meter, 4 Minitore) und 2 oder 3 kleine Hütchenfelder (12*12 m²). Die Hälften des Funino-Feldes oder die kleinen Quadrate kann man als Felder für das Aufwärmen verwenden.

Der Aufbau eignet sich sehr gut für 8-12 Kinder. Hat man wirklich exakt 12 Kinder, kann man auch 2 Funino-Felder aufbauen (Zweimal 3 gegen 3). Bei 10 Kindern ist ein zusätzliches 2:2-Feld (Minitore oder Linien) nützlich, damit alle genug Spielzeit haben.

Aufwärmen mit viel Technik und Koordination

Wie immer in der F-Jugend geht es beim Aufwärmen um Koordination, Technik und Beweglichkeit bzw. Reaktionsschnelligkeit. Die Kinder sollen vielfältige Bewegungserfahrungen machen und lernen, den Ball grundlegend zu beherrschen.

  1. Koordinationsübungen mit und ohne Ball (8 Min.)
  2. Fangspiel mit / ohne Ball (Verlinkung) (8 Min.)
  3. Passen und Ballannahme (wichtig als Vorbereitung für die Passübungen) (8 Min.)
  4. 1 gegen 1 / 3 gegen 1 (Passen und Ballannahme mit Gegner bzw. Dribbling) (8 Min.)
Kinderfußball 3 gegen 3
Bild von pixabay

Passen und Laufwege: 3 gegen 0

Nach den Passübungen beim Aufwärmen wird hier etwas zielorientierter gepasst. Jeweils ein Dreierteam muss versuchen, möglichst schnell (Zeit wird gestoppt) in einem der Minitore auf der anderen Seite unterzubringen. Gestartet wird in 3er-Aufstellung (Links, Mitte, Rechts) auf der eigenen Grundlinie.

Die Kinder sollen durch diese Übung erkennen, welche Pässe oder Passkombinationen besser sind als andere. Ich als Trainer lasse das ein paar mal durchspielen und frage dann, was ihnen aufgefallen ist. Im Idealfalls merken sie, dass

  • Pässe in den Lauf helfen
  • der Ball am besten zunächst in der Mitte ist
  • man immer so schnell laufen sollte, wie man kann
  • man das Tor am sichersten mit der Innenseite macht

Mit etwas erfahreneren Mannschaften kann gleichzeitig in 2 Richtungen gespielt werden. Das erfordert einerseits mehr Konzentration, weil Gegner als Störfaktoren mit im Feld sind. Andererseits erhöht es nochmals die Motivation, wenn man aus dieser Übung einen direkten Wettbewerb macht. Es geht darum, das Tor schneller zu erzielen als die Gegenmannschaft.

Einen Verteidiger umspielen: 3 gegen 1

Ein Verteidiger als Störfaktor macht das Spiel schon etwas komplizierter. Es sind teilweise andere Verhaltensweisen gefragt. Das Kind am Ball muss beobachten, wie der Verteidiger sich verhält. Und den Ball gleichzeitig im Laufen unter Kontrolle halten (Vorbereitung Tempodribbling).

Wichtig ist auch, dass

  • der Ball erst gespielt wird, wenn der Verteidiger attackiert (im letzten Moment)
  • die anderen Spieler so weit vorne wie möglich sind
  • ein kurzer schneller Pass auch mit der Außenseite oder der Spitze gespielt werden kann
  • das Kind in der Mitte mit Ball mehr Möglichkeiten hat als die äußeren und dadurch die Richtung entscheiden kann

Vor allem zu erkennen, auf welcher Seite mehr Raum für eine Angriffsaktion ist, ist eine wichtige taktische Fähigkeit. Aus der 3 gegen 3 Grundaufstellung heraus kann sie geschult werden. Dazu kommen die technischen Anforderungen beim Passen und der Ballannahme.

Überzahl ausnutzen: 3 gegen 2 Überzahlspiel

Die Fähigkeit auf eine Seite zu verlagern ist im 3 gegen 2 noch mehr gefragt. Die Übung startet wieder auf der Grundlinie bzw. an der eigenen Schusszone. Jede Mannschaft zählt, wie viele Tore sie aus 10 Angriffen erzielt. Die Verteidiger werden regelmäßig durchgewechselt.

Nun geht es darum mit dem Ball aus der Mitte heraus (wichtige Verhaltensweise) schnell über ein Seite zu spielen. Das Kind in der Mitte entscheidet, über welche Seite gespielt wird. Die Außen müssen jederzeit anspielbar sein (Freilaufen). Fortgeschrittene Teams können hier schon den Gegner auf eine Seite locken und dann eine schnelle Verlagerung spielen. Die kurzzeitige Überzahl wird dann ausgespielt.

Die Kinder können auch lernen (Coaching), dass Rückpässe dazu führen, dass es länger dauert bis zum Torabschluss. Dennoch sollen die Kinder auch entscheiden lernen, wann der Ball zunächst durch einen Rückpass gesichert werden muss.

Freies Spiel 3 gegen 3

Die gelernten Verhaltensweisen Andribbeln, Pass mit der Außenseite, Seite verlagern, Pass in den Lauf können jetzt im Spiel 3 gegen 3 ausprobiert werden. Für Trainerin oder Trainer ist das die Möglichkeit, zu beobachten, ob schon etwas davon klappt (v. a. bei Anfängern). Hier sollte nicht zuviel gecoacht werden. Die Kinder sollten einfach Spaß beim Spielen haben.