Suche
  • Fußball - Training und Taktik:
  • Fußball-Training, Trainer, Fußball-Fachwissen.
Suche Menü
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7) | Bewertung: 5,00/5
Jetzt bewerten!
Loading...

Stürmer – Laufwege und Stellungsspiel


Intelligente Laufwege der Stürmer verschaffen Ihnen Platz für Torabschlüsse. Hier einige typische Laufwege der Stürmer zum Lösen vom Gegenspieler und Durchlaufen zum Tor.

Das Freilauf-Verhalten der Angreifer soll Spielen in die Tiefe d.h. in den Rücken der generischen Verteidigung ermöglichen. Das ist insbesondere gegen Mannschaften möglich, die in der Defensive auf einer Linie spielen.

Zweikampf vor dem Torabschluss
Zweikampf vor dem Torabschluss

Einige Tipps zum Stürmertraining findet ihr im Artikel: STÜRMERTRAINING – VERHALTEN UND LAUFWEGE VERBESSERN, TORCHANCEN VERWERTEN

Durch gut getimtes Freilaufen gelingt es dem Stürmer immer, sich einen Vorsprung vor dem gegnerischen Verteidiger zu erarbeiten. In Verbindung mit einem gut gespielten Pass ergibt sich häufig eine gute Torchance oder ein aussichtsreicher Ballbesitz in der Nähe des gegnerischen Tores. Wichtig ist die Explosivität der Freilaufbewegung des Stürmers, mit einem halbherzigen Antritt wird er seinen Gegner nicht abschütteln können.

Freilaufen der Stürmer: Kreuzen von 2 Stürmern

Das Kreuzen oder Schneiden der Stürmer im Fußball dient dazu, Räume für Steilpässe in den Rücken der Viererkette/Abwehrkette zu öffnen. Hierzu sind Spielsysteme mit zwei Stürmern (4-4-2 oder 3-5-2) prädestiniert. Beim Kreuzen der Stürmer kann es sein, dass beide Spieler gleichzeitig kreuzen, oder dass nur ein Spieler in den Rücken seines Sturmpartners kreuzt oder hinter ihm hineinschneidet.


Letztere Bewegung wird oft mit einem kurzen Entgegenkommen des ballnahen Spielers eingeleitet. Auch beim Kreuzen beider Stürmer wird die Aktion meistens vom ballnahen Stürmer ausgelöst, der durch Weglaufen nach schräg hinten seinem Mitspieler (der ihn sehen kann) das Startsignal für die Kreuzbewegung gibt. Der zweite Stürmer muss seinen Mitspieler aufmerksam beobachten und schnell auf die Aktion reagieren.

Beispiele zum Kreuzen der Stürmer:

Freilaufen der Stürmer: Schneiden vor oder hinter dem Verteidiger

Es gibt bestimmte Laufwege, die von Stürmern häufig genommen werden. Zum Beispiel sorgt ein Schneiden vor dem Verteidiger aus vollem Lauf dafür, dass der Verteidiger den Stürmer erst sehr spät sehen kann. So hat er es schwer, das Tempo des Stürmers aufzunehmen.

Beim Schneiden hinter dem Verteidiger lockt der Stürmer den Verteidiger erst nach vorne, um dann in den Rücken zu starten. Dadurch, dass der Verteidiger einen Schritt nach vorne macht, schafft er es bei einem gut gespielten Pass nicht mehr, dem Stürmer zu folgen.

Freilaufen der Stürmer: Kommen-Gehen und Bogenläufe

Um sich Raum hinter der Abwehr zu erarbeiten ist eine Kommen-Gehen-Bewegung nutzbar. Der Stürmer zieht den Verteidiger heraus und startet dann in hohem Tempo in den geöffneten Raum. Erkennen die anderen Verteidiger die Gefahr nicht, wird die Lücke nicht geschlossen. Ähnlich funktionieren Bogenläufe: Der Stürmer startet kurz entgegen und dreht dann in einen langen Bogenlauf in den Rücken des Verteidigers ab.

Etwas kürzer als Bogenläufe ist die Lauffinte. Der Stürmer läuft nur einen Schritt in eine Richtung an und rollt sich dann um den Verteidiger herum in die andere Richtung ab. Dabei blockt er den Lauf des Verteidigers mit seinem Körper ab, so dass dieser nicht den Ball attackieren kann.

Bis ein Stürmer solche gut getimten Läufe beherrscht, ist viel Training notwendig. Dabei helfen vor allem Spielformen auf engem Raum, bei denen viele Freilaufbewegungen notwendig sind. Darüber hinaus bieten sich Zonenspiele an, bei denen der Stürmer eine bestimmte Zone anlaufen muss und von dort bei erfolgreichem Freilaufen auf das Tor abschließt.

Hier noch eine beispielhafte Spielform, die zum Erarbeiten der Laufwege gut nutzbar ist: FREILAUFEN UND LAUFWEGE DER STÜRMER IM 4 GEGEN 3

Wichtig ist auch, dass der Trainer seine Stürmer individuell coacht (1 zu 1 oder 1 zu 2) und Freilaufbewegungen immer wieder im Training nachstellt und korrigiert.

Stellungsspiel der Stürmer

Gute Stürmer können aus verschiedenen Ausgangspositionen spielen:

  • in vorderster Spitze zentral
  • als hängende Spitze eher aus dem Mittelfeld kommend
  • auf der Halbposition als zusätzliche Anspielstation für Flügelspieler
  • als Außenstürmer

Im Artikel STÜRMER IM FUSSBALL – STÜRMERTYPEN UND VERHALTEN erfahrt ihr mehr zu Eigenarten und Besonderheiten verschiedener Exemplare dieser Spezies.

Unabhängig von der Ausgangsposition ist jedoch entscheidend, dass sie sich in jeder Situation so zum Gegner positionieren, dass sie den Ablauf der Aktion bestimmen. Das heißt, eng genug dran sein, wenn man einen Block stellen und den Ball festmachen muss. Oder weit genug vom Gegner weg zu sein, um anspielbar zu sein. Oder auch im richtigen Augenblick in die Tiefe durchzulaufen im Vertrauen, dass der Mitspieler den Ball in die Gasse spielt.

Am erfolgreichsten sind Stürmer, die es immer wieder schaffen, in den Rücken des Verteidigers zu gelangen. Dadurch sind sie kurz im „toten Winkel“ und können mit einem kleinen Vorsprung auf den Ball starten, um im Strafraum abzuschließen.


Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.