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Verteidigen bzw. Abwehrverhalten in Unterzahl

Das richtige Abwehrverhalten in Unterzahl kann den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Deshalb sollte man das Verteidigen in Unterzahl im Kinderfußball (1. Jahr E-Jugend, U10) einführen und dann das individuelle und gruppentaktische Abwehrverhalten nach und nach verbessern und verfeinern.

Beim Verteidigen oder Abwehrverhalten grundsätzlich kann man sich zwei Zielebenen vorstellen: 1. gegnerischen Torerfolg/Torabschluss verhindern 2. den Ball gewinnen (wenn Gleich-/Überzahl wieder hergestellt ist). Aber, in Unterzahl, v.a. bei gegnerischen Kontern, geht man eher nicht auf Ballgewinn, sondert versucht zu retten, was zu retten ist. Das heißt, man möchte zunächst den gegnerischen Torabschluss verzögern und wenn möglich verhindern.

Beim Verteidigen in Unterzahl muss man folgende Punkte beachten/verbessern:

  1. Das Zentrum stark machen und die Außenpositionen vernachlässigen (diagonales Zurückfallen).
  2. Das Tempo des Gegners aufnehmen/zurückweichen und sich nicht überlaufen lassen (Fußstellung/-richtung beachten).
  3. Durch geschicktes Verhalten den Gegner zu Querpässen zwingen (Querpässe = Zeitverlust), Pässe in die Tiefe zustellen (ggf. in Zusammenarbeit mit dem Torwart); so gibt man den eigenen Mitspielern die Möglichkeit, zurückzulaufen.
  4. Sind Querpässe unrealistisch, dann sollten die Steilpässe wenigstens nach Außen gehen statt in Richtung Tor.
  5. Je näher man in Richtung eigenes Tor kommt, desto aktiver muss man werden, das heißt irgendwann muss man den Zweikampf annehmen oder einen finalen Pass zulassen, wenn die Mitspieler nicht schnell genug zurück sind.
    Dann kommt es darauf an, dem Gegner durch kluges Abwehrverhalten die schlechteste Option (z. B. schwacher Fuß, spitzerer Winkel, höhere Distanz) anzubieten und zu hoffen, dass er nicht trifft.
  6. Alle Spieler vor dem Ball sollten im höchsten Tempo zurücklaufen, um ggf. noch etwas zu retten.
  7. Besonderheit beim 1 gegen 2: Versuchen, einen Gegner zu isolieren (= 1 gegen 1), indem man den Passweg zustellt und so den Ballbesitzer ins Dribbling zwingt

Glück gehört beim richtigen Abwehrverhalten dazu

Zum Verteidigen in Unterzahl gehört natürlich auch Glück. Denn wenn der Gegner die Situation zielstrebig und konsequent mit hohem Tempo ausspielt, dann hat man als Verteidiger in Unterzahl wenig Chancen. Und natürlich hängt das konkrete Verhalten dann noch von den Zahlenverhältnissen ab. Bei einem 3 gegen 4 kann unter Umständen noch eine Absicherung eingebaut werden, die bei einem 1 gegen 2 nicht mehr möglich ist.

Verteidigen in Unterzahl braucht man überall

Auch wenn es vor allem bei Kontersituationen darum geht, den direkten Torschuss des Gegners zu verhindern, braucht man die obigen Verhaltensweisen in ganz vielen Situationen auf dem Spielfeld. Denn oft gerät man in eine situative Unterzahlsituation, z. B. beim Gegenpressing oder auf einem Flügel, den der Gegner überladen hat.

Das spricht dafür, das geschickte Defensivverhalten in Unterzahl frühzeitig (ab der E-Jugend) und regelmäßig zu trainieren. Zu diesem eher gruppentaktischen Verhalten kommt dann gezieltes Zweikampftraining, wenn man ins 1 gegen 1 kommt. So bildet man Spieler aus, die genau wissen, wie sie sich defensiv Verhalten müssen und so die richtigen Entscheidungen treffen.

Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Eine sehr schöne Erklärung. Vor allem der Punkt 2 hat uns vor einigen Jahren im Abstiegskampf sehr geholfen. Eigentlich ziemlich simpel.

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