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Torwarttraining einfach ins Mannschaftstraining integrieren

Torwarttraining ins Mannschaftstraining zu integrieren, ist für dich als Trainer im Basisbereich der Schlüssel, um deine Torhüter kontinuierlich und natürlich zu fördern, ohne das Teamtraining zu sprengen. Du lernst, wie du spielnahe Übungen und einfache Organisationsformen nutzt, um deinem Keeper mehr Spielanteile und Entwicklungsmöglichkeiten zu geben – ganz nach DFB-Philosophie.​

Torwarttraining im Freien

Typische Probleme im Amateur- und Jugendbereich

Viele Trainer erleben im Jugendbereich, dass der Torwart „nur im Tor steht“ und außerhalb der Spielzeit wenig übt. Zeit- und Platzmangel im Training wird oft als Grund genannt, doch das muss nicht so sein. Wenn du bewusst integrierst, kannst du viele Torwartinhalte auch mit der Mannschaft in einem Training abdecken.​

Ein weiteres Problem ist, dass Torhüter im Jugendbereich oft zu isoliert trainieren und dadurch Spielfluss und taktische Einbindung verlieren. Diesen Fehler kannst du mit gezieltem Einbau spielnaher Aufgaben vermeiden.​

Grundprinzipien für integriertes Torwarttraining

Ein guter Start ist das gemeinsame Aufwärmen, bei dem du Fangtechniken, koordinative Übungen und leichte Ballspiele mit dem Torwart gleich mitmachst. So bekommt er in jeder Einheit regelmäßigen Ballkontakt.​

Im Hauptteil integrierst du Torwartrollen in Pass-, Positions- und Spielformen. Zum Beispiel:

  • Torwart im Passspiel als Anspielstation einbinden
  • Übungen mit Rückpässen zum Torwart als Umschaltmoment
  • Spielformen, bei denen Torwart aktiv den Spielaufbau unterstützt​

Regelmäßige Kleingruppen oder Überzahlspiele mit Schwerpunkt Torwart helfen, taktisches Verständnis und Entscheidungsfähigkeit zu verbessern.​

Praxisbeispiele für den Übungseinbau

Praxisnah kannst du z. B. folgende Formen nutzen:

  • Aufwärmen mit Fang- und Passaufgaben, Fangspiele mit wechselnder Rollenverteilung
  • Spielformen mit Überzahl für das angreifende Team, bei denen der Torwart aktiv Anspielstation ist
  • Variationen von 3-gegen-3 oder 4-gegen-4, bei denen der Keeper mit ins Spiel eingebunden wird und schnell agieren muss​

Es bieten sich in der Jugend regelmäßig Spielformen an, bei denen der Torwart mit kurzen Pässen und Klärungen das Aufbauspiel lebendig hält und seine spielerische Rolle aktiv ausfüllt.​

Organisation bei mehreren Torhütern

Im Jugendbereich hast du oft mehrere Torhüter gleichzeitig zu betreuen. Ein Stationsbetrieb oder rotierende Aufgaben erleichtert den Überblick:

  • Station 1: Technikübungen (Fangen, 1-gegen-1)
  • Station 2: Spieleröffnung und Passübungen
  • Station 3: Spielformen mit hohem Torwartanteil​

So kann jeder mal Torwart sein, aber auch Feldspielerrollen erleben. Diese Rotation fördert die Spielfreude und verhindert Monotonie.​ Zudem ist die enge Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Torwarttrainer, falls vorhanden, ideal, um individuelle Schwächen progressiv zu fördern.​

FAQ: Torwarttraining im Mannschaftstraining

Wie baue ich Torwarttraining trotz engem Zeitplan ein?

Kurz und häufig: 10–15 Minuten gezielte Übungen mindestens 2 Mal pro Woche reichen, oft kombiniert mit gemeinsamen Teamübungen.​

Welche Spielformen eignen sich besonders für Torhüter?

Kleine Spiele wie 3-gegen-3 oder Überzahlspiele mit Fokus auf Spieleröffnung und aktives Mitspielen.​

Wie verhindere ich, dass Torhüter beim Techniktraining langweilen?

Variiere Übungen, baue Spielspaß ein und wechsle zwischen Technik, Athletik und Spielformen.​

Wie organisiere ich Training, wenn ich mehrere Torhüter habe?

Stationsbetrieb mit Wechsel, inklusive Feldspieler-Rotation für Abwechslung und vielseitige Entwicklung.​ Beispielsweise können zwei Torhüter im Wechsel separat trainieren und spielen, bei drei Torhütern bietet es sich an, durchzurotieren, wenn man etwa eine Spielform auf 2 Tore macht.

Brauche ich einen eigenen Torwarttrainer im Jugendbereich?

Nicht zwingend, wichtig sind regelmäßige, gezielte Übungen und zumindest Grundwissen rund um das Torwartspiel. Ein spezieller Torwarttrainer ist natürlich ideal, aber kein Muss.​ Im Kinderbereich kann man sogar vielleicht den ein oder anderen Elternteil ein wenig „anlernen“ und ihm dann das Torwarttraining (die 20-30 Minuten) überantworten.