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Pep Guardiola und die Bedeutung der Halbräume

Taktische Grundordnungen und Systeme sind bekanntlich nicht die einzig wichtigen Bereiche im Fußball. Häufig behaupten Trainer sogar, dass Taktik überbewertet sei und die Qualität der Spieler am wichtigsten ist. Klar ist, dass es auf fast jedem Niveau ohne taktische Grundlagen und Spielprinzipien schwer ist, erfolgreich zu sein.

Pep Guardiola gilt als einer der besten – wenn nicht sogar der beste – Trainer der Welt. Er ist für seine taktische Flexibilität und auch für seine Handlungsfähigkeit während der Spiele bekannt. Zu seinen wichtigsten Prinzipien gehört das Nutzen der sogenannten Halbräume, der vertikalen Bereiche zwischen den gegnerischen Innen- und Außenverteidigern.

Dilemma für gegnerische Verteidiger

Ein möglicher Grund, warum manch ein Trainer von zu viel Taktik nichts wissen will, könnte die Tatsache sein, dass Dinge häufig unnötig kompliziert beschrieben werden und somit sehr abstrakt wirken können. Betrachtet man Fußball etwas vereinfacht, geht es in der gegnerischen Hälfte – und besonders im Angriffsdrittel – um das ideale Besetzen und Nutzen von Räumen.

Zudem gilt es, dem Gegner Probleme zu bereiten, indem man ihn nicht in seinen komfortablen Positionen verteidigen lässt. Für Pep Guardiola spielen da die Halbräume eine wichtige Rolle. Teilt man das Spielfeld in fünf vertikale Zonen auf, sind die Halbräume jene Bereiche zwischen der Mittel- und den Flügelzonen.

Auf der englischsprachigen Webseite „Training Ground Guru“ erläutern einige Trainer die Bedeutung der Halbräume für Guardiolas Spielweise und zeigen auch Unterschiede zwischen seinen ehemaligen Teams und Manchester City auf. Das Bespielen der Halbräume kann die Gegner – besonders die Innen- und Außenverteidiger, aber auch Mittelfeldspieler – vor große Probleme stellen.

Häufig sind die Zuständigkeitsbereiche unklar: soll der Außenverteidiger einrücken und damit den Flügel freilassen oder schiebt der Innenverteidiger durch und akzeptiert die Schwächung des Zentrums.

Thierry Henry beschreibt, dass er und Samuel Eto’o unter Guardiola beim FC Barcelona durch das Besetzen der Räume zwischen Innen- und Außenverteidigern zu zweit die gesamte Viererkette binden konnten. Damit wurde es für die Verteidiger unmöglich, ohne großes Risiko herauszurücken, um zentrale Spieler zwischen Abwehr und Mittelfeld aufzunehmen oder zu stellen.

Außenverteidiger besetzen die Halbräume

Bei Manchester City besetzen je nach Gegner häufig die eigenen Außenverteidiger die Halbräume im Übergangsspiel. Damit entsteht eine deutliche Überzahl im Zentrum oder, falls der Gegner selbst das Zentrum verstärkt, Räume auf den Flügeln. Zudem sichern die Außenverteidiger damit mögliche Gegenangriffe ab.

Der Erfolg spricht für Guardiola. Nach dem souveränen Gewinn der Meisterschaft in der Vorsaison ist City laut Fußball Wetten mit Betfair auch in dieser Spielzeit der Top-Favorit auf den Titel in der Premier League. Diese Rolle der Außenverteidiger wandte Guardiola jedoch nicht erstmals bei seinem aktuellen Klub an. Bereits als Bayern-Trainer machte er von diesem taktischen Mittel Gebrauch und war damit bekanntlich sehr erfolgreich.

Bei Manchester City sind dem Spanier qualitativ hochwertige Verteidiger so wichtig, dass man im vergangen Jahr für neue Spieler tief in die Tasche griff. Für Guardiola haben die Fähigkeiten seiner Verteidiger im Aufbauspiel schon immer eine hohe Priorität genossen. Abzuwarten bleibt, ob „Pep“ in dieser Saison endlich wieder der ganze große Coup gelingt. Der Gewinn der Champions League ist bekanntlich das große Ziel von Manchester City. Zuletzt gelang deren Trainer dies 2011 mit dem FC Barcelona.

Autor:

Schwarzmaler, Chefkritiker, A-Lizenz

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