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Einwurf – Taktik und Laufwege

Der Einwurf ist sicherlich die häufigste Standardsituation im Fußball. Und wahrscheinlich die, die am seltensten trainiert wird. Schwierig ist er auch, denn beim Einwurf

  • befindet man sich im Spielfeld in Unterzahl
  • kann man nur in drei Richtungen spielen (Vorne, Mitte, Hinten)
  • der Raum, der bespielt werden kann, ist eingeschränkt (Wurfweite)

Dadurch hat der Gegner ein ideale Möglichkeit, Pressing zu spielen. Oft wird deshalb bei Einwürfen des Gegners in seiner eigenen Hälfte „zugestellt“. Ein Mittel ist, schneller zu sein als der Gegner:

Schnelles Umschalten beim Einwurf

Die Ballbesitzer brauchen somit eine frühe und schnelle Orientierung, um den Einwurf schnell ausführen zu können. Daraus ergibt sich quasi eine Kontersituation, bei der die situative Unordnung des Gegners durch schnelles Umschalten ausgenutzt wird. Das muss ein Trainer seinen Spielern beibringen: schnell den Ball holen, unterwegs orientieren und wach sein und dann schnell ausführen, wenn sich eine Chance ergibt.

Wenn der Gegner geordnet ist, ist es deutlich schwerer, am Ball zu bleiben. Neben technischen Fähigkeiten einzelner Spieler, die den Ball aus der Luft kontrollieren und sichern können, sind abgestimmte Laufwege und Spielzüge ein Mittel beim Einwurf. Hier einige Beispiele

Taktische Varianten beim Einwurf:

Es gibt dafür einige grundlegende Taktiken beim Einwurf. Alle basieren darauf, dass die Anspielstationen sich möglichst auf den Punkt freilaufen bzw. Räume besetzen

  1. Doppelpass und schnelle Spielverlagerung
  2. Kopfball-Verlängerung und Festmachen
  3. Raum freiziehen/Positionstausch
  4. Direktspiel mit abgesprochenen Laufwegen (Weiterleitung mit dem Fuß)
Einwurf Doppelpass und schnelle Spielverlagerung

1. Einwurf Doppelpass und schnelle Spielverlagerung: Der angeworfene Spieler lässt den Ball direkt prallen, der Einwerfer spielt einen Flugball oder scharfen Flachpass (je nach Gegnerposition) auf den ballfernen Innenverteidiger.

Einwurf Verlängerung Festmachen

2. Kopfball-Verlängerung und Festmachen: Der angespielte Spieler lässt den Ball über den Kopf rutschen, der Stürmer im Rücken blockt seinen Gegner und macht den Ball fest. Die Offensivspieler bieten ihm sofort Anspielstationen.

Einwurf Freiziehen Positionstausch

3. Raum freiziehen/Positionstausch: Der Außenspieler kommt entgegen. Gleichzeitig startet der zentrale Mittelfeldspieler in den Raum in seinem Rücken und erhält den Ball vom Einwerfer.

Einwurf Direktspiel, abgesprochene Laufwege

4. Einwurf-Direktspiel, abgesprochene Laufwege: Der angeworfene Spieler lässt den Ball direkt nach Innen prallen, wo der Mitspieler sich gut getimet löst. Er dreht sich sofort um seinen Gegner herum und wird wieder angespielt.

Langer Einwurf

Ein langer Einwurf wirkt als taktisches Mittel wie eine Flanke von Außen. Es gibt hier und da Spezialisten, die besonders begabte Einwerfer sind. Damit vergrößert man den bespielbaren Raum. Vor allem auf kleinen Fußballplätzen kann man das als taktisches Mittel nutzen und direkte Torgefahr ausüben.

Einwürfe trainieren

Einwurftraining kann man sehr gut mit Ballannahme- und Torabschlusstraining kombinieren. Man spielt zuerst die gewünschte taktische Variante aus (Ballannahme und Passspiel sind hier sowieso mit dabei) und flanscht am Ende einen gezielten Torabschluss daran.

In einer Spielform kann man als Trainer bei jedem Einwurf die gewünschte Variante einfordern und coachen. Hier eignen sich vor allem mannschaftstaktische Formen ab 8 gegen 8 aufwärts, da hier alle relevanten Positionen besetzt sind.

Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

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