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Von der Dreierkette zur Viererkette und zurück – taktische Variabilität im Fußball


Ob Profi oder Hobbykicker – jeder Fußballer kennt die Taktikbesprechung im Training und vor dem Spiel. Wenn der Trainer mit dem Stift vor dem Whiteboard geht, heißt es aufpassen! Für gewöhnlich hat jede Mannschaft ihr festes Spielsystem, welches vor allem während der Vorbereitung einstudiert wird. Doch die Spitzenmannschaften mit echten Taktikfüchsen auf der Trainerbank können auch während des Spiels schnell die Formation wechseln und somit auf den Gegner reagieren.

Eine der Grundlagen in Sachen Taktik und Formation ist der Aufbau der Defensive. Denn mittlerweile wird der Spielaufbau zu einem großen Teil aus der Abwehrreihe ausgeführt. Die Frage, ob Dreier- oder Viererkette ist hier entscheidend. Wir blicken auf die Entwicklung dieser Defensivkonzepte.

Alles beginnt mit der Defensive

Auch wenn es im Fußball um das Toreschießen geht, ist die Defensive die Basis des ganzen Spiels. Wo früher noch Vorstopper und Libero aktiv waren, sind heute variable Dreier- oder Viererketten zu finden. Vor allem die niederländische Nationalmannschaft, die mit einer Quote von 8,00 laut bet365 zum erweiterten Favoritenkreis bei der kommenden EM zählt, gehörte auf dem Gebiet der Taktik schon immer zu den tonangebenden Mannschaften (Stand: 27.10.).

Dass diese Einschätzung durchaus plausibel ist, beweist wettbasis.com, die neben Fussball Wett Tipps auch verschiedene Buchmacher bewertet und bet365 als einen der besten Anbieter listet. Während also bis in 1970er Jahre überwiegend mit Libero gespielt wurde, machten die Niederländer bei der WM 1974 die Viererkette salonfähig.

Totaler Fußball und ballorientierte Verteidigung

Die niederländische Trainerlegende Rinus Michels war bei er WM in Deutschland das Mastermind hinter der neuen Taktik des „totalen Fußballs“. Die Viererkette mit ballorientierter Verteidigung hat bis heute seine Spuren im weltweiten Fußball hinterlassen. Nach und nach starb die Position des Liberos auch bei anderen Mannschaften aus und die Viererkette setze sich durch. Selbst in anderen Varianten und Weiterentwicklungen des „totalen Fußballs“, wie beispielsweise bei dem FC Barcelona unter Pep Guardiola mit seinem Tiki-Taka, gehörte die Viererkette sowohl zur Grundlage des Defensiv- als auch des Offensivspiels. Seit den 2000er-Jahren spielt fast jede Mannschaft – ob nun im 4-2-3-1 oder dem 4-3-3 – mit zwei Innen- und zwei Außenverteidigern.


Entwicklung zur Dreier- bzw. Fünferkette?

Das ballbesitzorientierte Spiel des FC Barcelonas fand seine Nachahmer in ganz Europa. Insbesondere galt dies für die technisch herausragenden Spitzenmannschaften. Allerdings hat in den 2010er Jahren eine neue Entwicklung stattgefunden. Diese ging nun von den Italienern aus. Italien, das seit je her für defensiven, ergebnisorientierten Fußball steht, trat bei der WM 2014 als ein Vorreiter der modernen Dreierkette auf. Bei diesem System spielt vor allem die taktische Variabilität eine große Rolle. Während sich in der Defensive die beiden Außenbahnspieler zurückfallen lassen und zusammen mit den drei Innenverteidigern eine Fünferkette bilden, rücken die „Außenverteidiger“ bei Ballbesitz mit in die Offensive. Häufig schaltet sich auch der mittlere Innenverteidiger in den Spielaufbau ein. In der Regel ist hier vom schnellen Umschaltspiel die Rede.

Ein Blick in die Zukunft: Keine festen Spielsysteme mehr?

Zwar lässt sich nach wie vor bei jeder Mannschaft ein gewisses Spielsystem ausmachen, allerdings geht die Tendenz in Richtung hohe taktische Variabilität ohne feste Spielsysteme. So ist es mittlerweile keine Seltenheit, dass eine Mannschaft während des Spiels von Situation zu Situation umstellt.

Eines steht fest, defensive Variabilität ist eine Grundvoraussetzung für erfolgreichen Fußball im 21. Jahrhundert.